Neues von Rolf Benz
Angelika Géronne-Mundt im „Forum Warenkunde“ der Möfa

„Sie werden im Laufe Ihrer Tätigkeit feststellen: Die meisten Menschen sind sehr unsicher, wenn es um das Einrichten geht. Bei Autos und Handys halten sich viele auf dem Laufenden. Aber kennen Sie jemanden, der sich privat für Polstermöbel interessiert?“ Über die Gesichter von Studierenden der MÖFA zieht ein Lächeln, als ihnen Angelika Géronne-Mundt, Schulungsleiterin von Rolf Benz, diese Frage stellt. Die Referentin ist für einen Tag Gast der MÖFA. Mit einer Vielzahl von Schaumstoff-Samples ausgerüstet, gewährt sie mehreren Lerngruppen in jeweils nur 90 Minuten einen großen Einblick in die Welt der Polstermöbel im Allgemeinen und von Rolf Benz im Besonderen. Von der Geschichte der Marke ist hierbei anfangs die Rede und von ihren Stärken.

Rolf Benz – dieser Name ist selbst dem Durchschnittsbürger ein Begriff. Es gibt eine ungewöhnlich hohe Markenbekanntheit, die unter anderem durch gute Werbung in angesehenen und weit verbreiteten Zeitschriften gestützt wird. Und doch besteht das Problem einer riesigen Auswahl im Einrichtungshaus, die die Wahrnehmung des orientierungssuchenden Besuchers überflutet. Gut, wenn der Kunde dann eine Orientierungshilfe bekommt, die ihm das Internet nicht in gleicher Weise bietet. Wenn er also von einem Fachberater etwas Substantielles erfährt über das, was man mit Rolf Benz laut Befragungen verbindet: Design, Komfort, Qualität und Preis.

Chancen für den Berater bietet etwa die Philosophie der Konzeptprogramme, ein Thema, das bei Rolf Benz bereits 2002 mit dem Programm „Ego“ nachdrücklich aufgenommen wurde. „Das Möbel lässt sich hier aus einer unendlichen Vielfalt an Möglichkeiten zusammenstellen“, erläuterte die Referentin, „Individualität ist das Schlagwort. Die Leute wirken selbst mit. Das kommt gut an. Und ist relativ weit oben im Preis.“ Mit Vida folgte dann ein etwas günstigeres Programm mit weniger Umfang. Organisch oder – wie „Cara“ –ganz zierlich mit vielen Funktionen geben sich weitere Modelle. Besonders deutlich spürt man schließlich die Begeisterung hinter den Worten von Angelika Géronne-Mundt, wenn es um „die Nuvola“, das aktuellste Konzeptprogramm von Rolf Benz geht. „Das ist ein Möbel, ganz weich, nichts für das klassische Geradesitzen“, erfahren die Studierenden, „es ist ein Möbel zum Relaxen, für Momente der Ruhe.“

Ein zweites Thema begeistert gleichfalls viele Konsumenten. Es geht um Funktionen, die das Möbel bietet. Oft soll das Sofa im Wohnzimmer nicht zu dominant wirken. Eine reduzierte Gestaltung spricht viele Menschen an. Zugleich aber soll es abends dann doch gemütlich werden. Deshalb gefällt es dem Kunden, wenn aus dem Armteil ein Fußteil werden kann und wenn sich das Sofa insgesamt zum Relaxmöbel umbauen lässt. Überzeugende Lösungen hierzu erfordern viel Kreativität und technisches Geschick. Fast versteht es sich von selbst, dass die Referentin an dieser Stelle gerne auch die Vielzahl von Designpreisen nennt, die den Produkten von Rolf Benz zugesprochen wurden. Und natürlich verweist sie auch auf das Anreihsofa „Mera“, dass der Hersteller der MÖFA zu Schulungszwecken großzügig überlassen hat.

„Vielleicht, es ist noch nicht völlig geklärt, werden Sie auf dem Stand von Rolf Benz im Rahmen der Kölner Möbelmesse Anfang 2019 einen Porsche Cayenne sehen“, leitet die Referentin später zu einem neuen Thema über. Es geht um weitere Tätigkeitsbereiche von Rolf Benz, unter anderem um das Objektgeschäft, „Rolf Benz Contract“ genannt. Bereits im Jahr 2013 stattete der Markenmöbelhersteller den gesamten VIP-Bereich und die Players Lounge der Münchener Allianzarena mit über 3000 Stühlen aus. Später folgte der LaOla-Club in der Veltins Arena in Gelsenkirchen. Weitere Aufträge sind im Gespräch. Ein Fähnchen am Möbel sorgt dafür, dass der Kunde immer wieder mit der Marke in Berührung kommt.

Dass man im Gespräch bleibt gehört selbstverständlich auch zu den erwünschen Wirkungen einer neuen Zusammenarbeit von Rolf Benz mit dem Fahrzeugveredler TecArt. Die ungewöhnliche Firmen-Liaison ist inspiriert von dem Gedanken, dass in einem autonom fahrenden Auto der Zukunft jedermann gerne auf einem gemütlichen Luxus-Sofa Platz nehmen würde. Schon heute sorgt ein Traum von handwerklicher Verarbeitung hochwertigster Materialien, neben Leder unter anderem von natürlicher Schurwolle, für Wohnzimmerflair im Auto. „Gerne hätte ich den Wagen als Dienstwagen übernommen“, schmunzelt Angelika Géronne-Mundt, „aber irgendwie stieß ich hier auf taube Ohren.“ Kein Wunder bei einem Preis, den Automagazine mit 350.000 € veranschlagen.

Um hohe Summen ging es auch in einem anderen Zusammenhang. Im Jahr 2017 hatte Rolf Benz das beste Geschäftsjahr überhaupt. Eine chinesische Investorengruppe, an der Börse mit 4,2 Milliarden notiert, kaufte im Mai dieses Jahres das Unternehmen. „Es ist auch eine Chance“, lautete die Botschaft des Gastes, „die Exporte nach China nehmen immer weiter zu. Gute Verbindungen sind hier wichtig. Und dass die Produktion in Deutschland bleibt, spielt gerade für die Kunden aus Asien eine große Rolle.“ Ein guter Grund, weiterhin vor allem über das zu sprechen, was Rolf Benz Möbel von anderen unterscheidet. Dass dies eingehend durch Angelika Géronne-Mundt geschah, sorgte für einen aufschlussreichen Unterrichtsvormittag an der MÖFA. Recht herzlichen Dank hierfür.

Text: Dennis Palm
Foto: Jacqueline Plasa