Altes stirbt, Neues wächst
Die Erfolgsgeschichte der Rietberger Möbelwerke

„Vom Start unseres Unternehmens im Jahr 2003 bis heute könnte ich Ihnen auf Anhieb zehn namhafte Wohnmöbelhersteller nennen, die den Markt verlassen haben.“ Rudolf Eikenkötter, geschäftsführender Gesellschafter der Rietberger Möbelwerke, spürt während seines Vortrags im Branchenforum der Möfa, dass seine studentischen Zuhörer wissen, wovon er spricht. Fast jeder von ihnen kennt bereits traditionsreiche Möbelunternehmen, die in den letzten Jahren Insolvenz anmelden mussten. In den einschlägigen Nachrichten ist dann meist viel über steigende Importquoten, über die Herausforderungen des Internets und über ein insgesamt gewandeltes Verbraucherverhalten zu lesen.

Niemanden macht das froh. Erfahrungen von Gewinnern sind weitaus reizvoller als Botschaften, die von Niedergang und Verlust handeln. Eine eindrucksvolle Geschichte von genutzten Chancen, gegen alle Widerstände, ist die Geschichte der Rietberger Möbelwerke. Vor gerade einmal eineinhalb Jahrzehnten am Rand von Ostwestfalen, nahe Gütersloh, gegründet, ist das Unternehmen eines der jüngsten produzierenden Betriebe in Deutschland. Drei Produktionsstätten in Rietberg und Oelde-Stromberg fertigen heute auf 43.000 Quadratmetern Produktionsfläche Systemmöbel für alle Bereiche des Wohnens. Das Unternehmen punktet mit eigenständigen Produkten in großer Variantenvielfalt und einer Programmbreite von konservativ bis hochmodern. Ein gewaltiger Unterschied zur Herstellung von Wohnzimmermöbeln auf 7.500 Quadratmetern vor gut 15 Jahren!

Was macht die Rietberger Möbelwerke so erfolgreich? Was ließ sie in einem überschaubaren Zeitraum so gewaltig wachsen? Es ist die Geschichte vieler Schritte und geglückter Entscheidungen, die Rudolf Eikenkötter seinen Zuhörern erzählt. Am Anfang stand die Idee, alle Glaubenssätze über die tote Mitte zwischen Preisführerschaft und Luxussegment zu ignorieren und eben doch Möbel für das mittlere Marktsegment zu fertigen. Der Erfolg, der sich schnell einstellte, gab dieser Entscheidung recht. Bald belebte sich auch deutlich die Nachfrage nach Sideboards und Vitrinen, eine Konsequenz aus sich auflösenden Grenzen zwischen Wohn- und Speisezimmer. 2008 erschlossen sich die Rietberger Möbelwerke daher mit dem Essbereich ein neues Thema.

2012 folgten dann Garderoben, in der ungewöhnlichen Höhe von 2,20 Meter. Inzwischen saß Rudolf Eikenkötter wegen der Bauvorhaben des wachsenden Unternehmens häufiger in den Büros der Notare. Und was er dort sah, gefiel ihm nicht: Eine Einrichtung, die oft in den Extremen zwischen dem Allerfeinsten und nostalgischem Sperrmüll angesiedelt war. 2013 begann das Unternehmen daher, Büro und Arbeitszimmer zu produzieren. 2017 folgte schließlich das Schlafzimmer. Ein Bereich, in dem die besonders Ausgeschlafenen unterwegs sind, wie Rudolf Eikenkötter mit viel Respekt sagt. Große Anstrengungen zielten daher darauf ab, etwas zu bieten, was die obere Mitte sonst nicht vorzuweisen hat.

Gewinner beißen immer nur so viel vom Kuchen ab, wie sie auch kauen können. Sie wollen die Welt nicht auf einen Schlag erobern. Das schnelle Entwicklungstempo der Rietberger Möbelwerke war durchaus nicht von Anfang an so geplant. Ergriffen wurden aber die Möglichkeiten, die sich ergaben. Eine nicht unerhebliche Rolle spielte dabei auch die Insolvenz anderer Hersteller: Altes stirbt, Neues wächst. Wohnmöbelflächen wurden im Handel frei und erwiesen sich als Wachstumschance für die Rietberger. Entstanden ist ein Unternehmen, dessen Geschäftsführer einen eindrucksvollen Erfolg beschreiben kann. Studierende haben eben das gerne gehört.

Text und Foto: PR-Gruppe