Vom Himmel - nun auf Erden
Von der alten und neuen Gestalt der „Bordbar“-Produkte

Dass Gegenstände sich verwandeln können, ist gerade für Insider der Möbelbranche zunächst kein besonders aufregender Gedanke. Man muss kein mit außergewöhnlichen Kräften begabter Mensch sein, sondern schlicht nur Berater oder Konsument, um zum Beispiel aus Sofas Récamieren, Betten oder Relaxliegen werden zu lassen. Ausgefeilte Technik macht es heute möglich.

Und doch: Es gibt Grenzen des Gestaltwechsels. Aus einer Ente wird kein Schwan, aus einem Esel kein Pferd. Auch für die Gegenstände, die uns umgeben, gelten ähnliche Gesetze. Was also sollte aus einem Kinosessel, einer Operationslampe oder – und hier wird es besonders spannend – aus einem Flugzeug-Trolley schon werden? Und das alles ganz solide, ohne Stab und Hokuspokus? Die gute Nachricht lautet: Man muss für eine überzeugende Lösung nicht an Zauberkünste denken, sondern nur an einen starken Willen. An persönliche Eigenschaften, die mit Begriffen wie „Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Initiative, Tatkraft“ in etwa angemessen umschrieben sind.

Stephan Bolz und Valentin Hartmann, beide vor anderthalb Jahrzehnten Absolventen der Möfa, verfügen offensichtlich über die erforderlichen Talente. Als Gründer des Unternehmens „bordbar“ berichteten sie zum beginnenden Wintersemester im schuleigenen „Branchenforum“ über ihren Weg in die Selbständigkeit. Am Anfang stand eine Idee – in einer Kölner Kneipe unweit der Möfa geboren. Sie zielte darauf ab, Gegenstände aus dem öffentlichen Leben in einen völlig veränderten Kontext zu rücken, sie umzufunktionieren und so zu Einrichtungsgegenständen werden zu lassen. Bald zeigte sich, dass gerade die Flugzeug-Trolleys wandelbare Objekte sind, an denen sich viel ausprobieren und neu entwickeln lässt.

Heute ist bordbar zu einem Markennamen geworden. 2.000 Trolleys werden im Jahr produziert, 380 gelistete Händler gibt es weltweit. Nicht zufällig ist bordbar ein Name, der international verständlich ist: Handelspartner kennt man nicht nur in Europa, sondern unter anderem auch in Korea, in Kanada, Australien und Dubai. „Es gibt wenig Länder, in den heute nicht irgendwo eine Bordbar steht“, schmunzelt Stephan Bolz. Und fügt hinzu, dass vor allem Premiumhändler die bordbars dauerhaft in ihrer Ausstellung zeigen.

Welche Möglichkeit hat ein Trolley, sich zu verwandeln? Wieviel Chamäleon steckt in ihm, wie stark können die eingangs beschriebenen „Zauberkräfte“ kreativ auf ihn einwirken? Die Liste der Verwandlungsmöglichkeiten fällt hier tatsächlich beeindruckend lang aus: Je nach Bedarf krempelt sich das Objekt zur Kaffee- oder zur Hausbar um, wird zum Mittler zwischen Küche und Esszimmer, zur schlanken Working Station, zu einem Geist, der einem in jeder Ecke der Wohnung die jeweils benötigten Gegenstände entgegenreicht. Licht kann in ihm leuchten, seit zwei Jahren kann sein Inneres auch gekühlt werden. Die äußere Gestalt wechselt dabei wie die Funktion: Ein Online-Konfigurator erlaubt die Auswahl aus einer Fülle unterschiedlicher Designs. So gibt es etwa Hirsche mit mächtigem Geweih – im Profil auf schwarzem Hintergrund – zu sehen, andere Trolleys kommen wiederum mit frechen blauen Punkten oder mit poppig-bunten Rechtecken daher. Viele Trolley offenbaren schließlich deutlich ihre wahre Herkunft, mit Aufdrucken von Lufthansa oder PANAM.

Nachvollziehbar ist das. Denn so verwandelt, wie die Trolleys auch scheinen: Sie bestehen genau aus den robusten Materialien, aus denen auch ihre „Geschwister“ gefertigt wurden, die täglich hoch über den Lüften im Einsatz sind. Ohnehin kann der Kunde wählen zwischen gebrauchten, schon weit gereisten Exemplaren und solchen, die in Köln von vornherein eigens zu Einrichtungszwecken gefertigt wurden. Ein Trolley kann Unterschiedliches erlebt haben, bevor er in die Wohnung seines neuen Besitzers hineinrollt. Die Geburtsgeschichte, und das ist den Unternehmensgründern wichtig, ist hingegen stets gleich. Denn alle Materialien kommen von Zulieferern aus dem Umfeld von Köln. Ein Beitrag zur Stärkung der Region.

Wohin wird zukünftig die Reise für die wandelbaren Trolleys gehen? Auch hierauf gaben die Unternehmensgründer im Möfa-Branchenforum anregende Antworten. Kunden, die online kaufen, sollen sich zukünftig auch online per Chat beraten lassen können. Für sie soll die Möglichkeit offenstehen, die eigenen Räume per Video zu präsentieren, um so professionelle Anregungen für die weitere Gestaltung der eigenen Wohnung zu erhalten. Angestrebt ist eine Beratung über die Bandbreite verschiedener Hersteller hinweg. Für uns Möfisten ein anregender Gedanke. Wir wünschen bordbar weiterhin viele erfolgreiche Höhenflüge!

Text: Kristina Müller, PR-Gruppe
Foto: Michele Benner, www.bordbar.de