Eine wichtige Weichenstellung

Die Ausbildung zum kaufmännischen Assistenten - ein Erfahrungsbericht

Manchmal muss ich schon ein wenig verwundert schmunzeln. Ich bin jetzt "staatlich geprüfter kaufmännischer Assistent" und habe zugleich die Fachhochschulreife in der Tasche. Schnell vergingen diese letzten drei Jahre. An den ersten Schultag an der Möfa kann ich mich noch gut erinnern. Und jetzt ist der offizielle Abschluss gerade einmal zwei Tage her.

Ich kam damals als vorzeitiger Schulabgänger an die Möfa. Ich besuchte zuvor ein Gymnasium in Köln, welches ich aber zu Beginn der Oberstufe abbrach. Viele Inhalte motivierten mich einfach nicht, waren mir zu theoretisch, zu weit weg vom konkreten Leben. Ich habe deshalb zunächst zwei Jahre lang freiwillige Sozialarbeit geleistet. Ohne Zweifel macht dich eine solche konkrete Arbeit reifer und erwachsener und öffnet dir schließlich den Blick auf zentrale Weichenstellungen für das weitere Leben. Immerhin galt es ja, auf wichtige Fragen überzeugende Antworten zu finden: Sollte ich jetzt arbeiten, und wenn ja: in welchem Bereich? Oder doch ein Studium anstreben? Und wie kam ich dann am besten an die erforderlichen Abschlüsse?

Ein Verwandter machte mich auf das Ausbildungsangebot der Möfa aufmerksam. Vor Ort erfuhr ich dann in einem persönlichen Beratungsgespräch von den vielfältigen Möglichkeiten, die der Abschluss als kaufmännischer Assistent bietet. Zum einen erlaubt nämlich ein staatlich anerkannter Berufsabschluss den direkten Einstieg in eine Tätigkeit als Sachbearbeiter und Kundenberater. Zugleich aber werden mit dem Fachabitur noch viele weitere Wege frei: zum Beispiel zu weiteren Bildungsgängen an der Möfa oder zum Fachhochschulstudium.

Während meiner zwei Jahre besonderen sozialen Engagements hatte ich ganz nebenbei mein Faible für Designmöbel entdeckt. Auch das sprach natürlich für die Möfa. Und ich muss sagen: Ich habe diese Entscheidung nachher nicht bereut! Von den allgemeinen Schulfächern wie BWL, Mathematik und Business English bis hin zu den praxisbezogenen Fächern wie Marketing oder Möbelkunde – das Unterrichtsprogramm gefiel mir, gerade, weil es so vielfältig war. Ganz besonders faszinierte mich der gestalterische Bereich an der Möfa. Denn wir erfuhren trotz des kaufmännischen Schwerpunkts Grundlegendes über Möbelstile, Farbwirkungen, Kunstgeschichte.

Ein weiteres Highlight ist natürlich die jährliche Möbelmesse in Köln. Für jemanden, der vorher noch nie dort gewesen ist, ist das eine besondere Erfahrung. Junge Designer an ihren Ständen anzutreffen und sich mit ihnen zu unterhalten, namhafte Hersteller zu besuchen, Möbelhändler, Kaufleute oder gar Architekten kennenzulernen, das alles bot sich mir jetzt auf der "imm cologne" an. Im Blick hatte ich dabei oft auch die Chance, mir erneut einen attraktiven Praktikumsplatz zu sichern. Denn auch das ist Teil der Assistentenausbildung: bis zu 20 Wochen Berufspraktikum. Sinnvoll, um Kenntnisse anzuwenden, eigene Stärken noch deutlicher kennenzulernen, Kontakte aufzubauen und so insgesamt mit noch gesteigerter Motivation in den Klassenraum zurückzukehren.

Durch die Zeit an der Möfa ist mir klar geworden, was mir für mein berufliches Leben wichtig ist.
Ich werde jetzt in einem kurzen Zwischenschritt auch die allgemeine Hochschulreife noch nachholen, um mich anschließend für ein Hochschulstudium in Architektur oder Design einzuschreiben. Aus meiner Sicht kann ich jedem die Möfa-Ausbildung empfehlen: Jeder Lehrer ist wirklich ein Kenner seines Fachs, man arbeitet eng zusammen. Mir selbst hat alles sehr geholfen, eine Perspektive für meine persönliche Zukunft zu gewinnen.


Text und Foto: Benjamin Elkenhans