„Come back to cologne“
Neuartiger Informations- und Ehemaligentag an der Möfa

Sei dein eigener Ketzer! Kaum etwas ist für uns überzeugender als die eigenen Überzeugungen. Allzu gerne vertrauen wir dem eigenen Standpunkt und den eigenen Routinen. Verständlich ist das, aber nicht immer klug. Denn vielleicht gehen so wertvolle Impulse verloren. Neue Sichtweisen etwa, Anregungen und Anstöße. Sie können bereichernd sein für den, der keine Dogmen pflegt, sondern vielmehr eine Kultur des Austauschs, der Begegnung und des offenen Gesprächs.

Genau unter diesem Stern stand der neuartige „Informations- und Ehemaligentag“, den die Möfa in diesem Sommersemester durchführte. Seine Leitidee: Einfach alle zu erreichen, für die die Möfa bedeutsam ist oder sein könnte. Neben Studieninteressenten also auch die Ehemaligen, die sich heute als gestandene Branchenprofis seit kleinen oder großen Ewigkeiten im beruflichen Alltag bewähren. Und zugleich auch weitere „Externe“ mit aufschlussreichen Informationen aus der Branche.

Nehmen wir zum Beispiel einen Gastredner dieses Tages, Marc Rexroth, den Gründer und Geschäftsführer des Upcycling-Möbelherstellers „reditum“. Studiert hat er BWL und Sinologie in Köln und arbeitete dann, etliche Tausend Kilometer vom Studienort entfernt, in einem großen Wirtschaftsberatungsunternehmen. Doch Marc Rexroth wollte kein Zahnrad innerhalb eines großen Unternehmensgetriebes bleiben. Und so beschritt er einen völlig neuen Weg, der viel mit den Gedanken der Nachhaltigkeit, der sozialen Verantwortung und der Selbstverwirklichung durch sinnstiftende Arbeit zu tun hat.

Mit dem Unternehmen „reditum“ entwickelt er heute „Möbel mit Vorleben“. Aus gebrauchten Materialien entsteht ein Designermöbel, von Hand in sozialen Werkstätten gefertigt. „Upcycling reicht als Alleinstellungsmerkmal längst nicht mehr aus“, erläuterte Marc Rexroth, „Themen wie Design und Funktion sind enorm wichtig.“ Und lieferte sogleich den praktischen Beweis mit einem Tisch, dessen Beine um 90 Grad gedreht werden können. Innerhalb von einer Minute umgebaut, wies die Tischplatte danach eine für das Arbeiten angenehme Neigung von 7,5 Grad auf.

Marc Rexroth ist Mitglied des Vorstands von KölnDesign e.V., Deutschlands größtem regionalem Design-Verein, arbeitet als Hochschuldozent, gestaltet Workshops. Menschen wie er sind gern gesehene Gäste der Möfa. In gleicher Weise aber gilt das natürlich für diejenigen, die als Ehemalige seit vielen Jahren ihrer Schule die Treue halten. Am Informationstag besichtigten sie gemeinsam mit dem möglichen Möfa-Nachwuchs das moderne Wohnheim und außerdem die Einrichtungsstudios, die immer wieder neu gestaltet werden. Auch Gäste mit viel beruflicher Lebenserfahrung ließen sich gerne erklären, welche Bedeutung die warenkundlichen Räume heute für den einschlägigen Unterricht, für Verkaufsübungen, für das Fach Ausbildungswesen und für Vorträge durch Externe haben.

Insgesamt eine gute Gelegenheit um zu fachsimpeln, um über Marktchancen, Produkte und Verkaufsstrategien zu sprechen. Der Kennerblick der Gesprächspartner wanderte dabei oft durch die Ausstellung. Kein Wunder also, dass es auch an aufschlussreichen Hinweisen für weitere Gestaltungsmöglichkeiten der Studios nicht fehlte. „Wir nehmen ergänzende Aspekte aus der Praxis gerne auf“, versicherte der stellvertretende Schulleiter Bernd Schaefer-Strauß seinen Gesprächspartnern. Denn Offenheit für Neues ist der Möfa nicht fremd.

Viel Fleiß und viel Ehrgeiz war es der studentischen Projektgruppe wert, einen abwechslungsreichen und angenehmen Rahmen für Gespräche mit ehemaligen und zukünftigen „Möfisten“ zu schaffen. Spätestens beim abschließenden Treffen im liebevoll in Rot und Weiß dekorierten „Köln-Raum“ der Schule waren sich alle einig: Das ist der Projektgruppe gelungen.

Text: PR-Gruppe / Foto: Phillip Müller, PR-Gruppe