Wenn die Grenzen der Wunder verschwimmen
Thommy Lind stellt an der MöFa Leolux vor

Irgendwie kommt uns der Referent von Anfang an bekannt vor. Nicht sehr viele Lebensjahre trennen ihn vom Durchschnittsalter seiner studentischen Zuhörer. Im Rahmen des Branchenforums spricht er über die Kernwerte des niederländischen Familienunternehmens Leolux. Zu diesem Thema hat er offenkundig viel zu bieten. Erstaunlich ist das eigentlich nicht. Denn schließlich leitet Thommy Lind – so der Name des Möfa-Gastredners – heute das Leolux-Design-Center in Krefeld.

„Woher kennen wir ihn nur?“, rätseln für einen Moment Studierende der oberen Semester. Und finden bald eine Antwort: Richtig, am Ende des letzten Semesters gehörte Thommy Lind noch zu den Absolventen bei den Möfa-Betriebswirten. Freilich kam der gelernte Industriekaufmann nicht als unbeschriebenes Blatt an die Fachschule. Erfahrungen im Verkauf und auf der Großfläche lagen bereits hinter ihm, eine verantwortungsvolle Tätigkeit als Einkäufer für Stoff- und Lederkollektionen bei den Polsterwerkstätten Machalke ebenfalls. Was ihm dann die MöFa an weiterem fachbezogenem Know-how vermittelte, bezeichnet er heute als „Grundlage für die tägliche Arbeit“. Diese Wissenbasis helfe ihm gegenwärtig, die bestmögliche Lösung für das eigene Unternehmen zu finden.

Wenn Thommy Lind über Leolux spricht, spürt man die Faszination, die für ihn vom „luxuriösen Löwen“ ausgeht. Man glaubt ihm, wenn er unterstreicht, dass das Unternehmen den Reiz von Design und Kunst hervorragend mit Komfort und Qualität zu verbinden wisse – und das alles, ohne den Gedanken der Nachhaltigkeit verwendeter Materialien zu vernachlässigen. Künstlerisch, fortschrittlich, verlässlich und persönlich will Leolux sein. Es soll ein Angebot sein für all diejenigen, die mit charakterlosen Serienmöbeln nichts anfangen können. Geradezu poetisch klingt schließlich die Formulierung, man wolle die Grenzen der Wunder miteinander verschwimmen lassen.

Wie kann solch ein atemberaubendes Versprechen augenscheinlich werden? Zum Beispiel durch die Via Creandi in Venlo. Sie ist Möbelfabrik und Besucherzentrum in einem. Hier fließen jahrelange Erfahrung, Handwerk und Hightech zusammen. Der Künstler Wouter Stips gestaltete die Fassade des Gebäudes. Sie ist das größte Kunstwerk in der gesamten Region. Sehen, spüren und ganz besonders eingehend erleben lassen sich die Produkte von Leolux unter anderem auch in vier Design-Centern in Krefeld, Eindhoven, Utrecht und Brüssel. Hinzu kommt dann ein Netzwerk von deutschlandweit 200 Händlern in der Nähe des Kunden.
Besonders eindrucksvoll erschließt sich die farben- und facettenreiche Leolux-Welt außerdem mithilfe des aktuellen Katalogs. Dessen Bildwelt geht auf den Künstler und Illustrator Olaf Hajek zurück. Er erzählt die Geschichte von einer kreativen und unendlichen Freiheit. Von einem Vogel, der sein Nest sorgfältig mit den schönsten Zweigen und Federn schmückt. Leolux glaubt daran, so lautet die Botschaft, dass auch Menschen ihr Interieur mit derselben Genauigkeit gestalten wie ein Vogel sein Nest. Dass sie also aus schier unendlichen Materialien, Stoffen und Farben ein ganz individuelles, persönliches Möbel zusammenstellen. Ein neuer Internet-Konfigurator sorgt dafür, dass das auch von zuhause aus bequem geschehen kann.
„Welche Fragen haben wir jetzt noch nicht gestellt – und Sie würden sie dennoch gerne beantworten?“, will man zum Schluss vom Referenten wissen. „Ich glaube, es ist alles gesagt“, antwortet dieser lächelnd. Recht hat er: 90 Minuten erlauben bei diesem Thema einfach keine umfassenden Antworten. Wohl aber eine erste Vorstellung von der Eigenart eines ganz besonderen Unternehmens. Wir danken Thommy Lind dafür, uns diese Vorstellung anschaulich vermittelt zu haben.
Text: Kay Lübbe / Foto: Kay Lübbe, Thommy Lind