Was heißt „Collage Office“?
Eindrücke von der Orgatec 2016

Es war mal wieder so weit. Die Orgatec-Messe stand vor der Tür. Diese so bedeutende Leistungsschau rund um die Organisation, Gestaltung und Einrichtung von Bürowelten durften sich Möfisten natürlich nicht entgehen lassen! Zumal die Voraussetzungen für eine Entdeckungstour günstig waren: Schließlich ist die Fachschule nur durch wenige Kilometer und durch eine Rheinbrücke vom Messegelände getrennt. Hinzu kam, dass der eigene Gestaltungslehrer den Messebesuch organisierte. Und nicht zuletzt waren da Hersteller, die den Branchennachwuchs außerordentlich freundlich in Empfang nahmen, um ihm mit Herzblut und Leidenschaft aufregende Produktneuheiten zu erklären.

Gefühlte zwanzig Kilometer Fußmarsch führten Studierende also zu den Ständen von Ophelis, Vitra, Wilkhahn, König&Neurath, Wini und Haworth. Mehr als einmal kam es dort zu überraschenden Begegnungen: Mit ehemaligen Studierenden, die noch im letzten Sommersemester selbst an der Möfa am Zeichentisch oder vor dem Computer saßen – und die jetzt als Repräsentanten des jeweiligen Unternehmens neue Produkte erklärten.

„Szenenwechsel im Büro“, „Collage-Office“: Markante Leitsätze wie diese beschreiben vielfältige Ideen für das Arbeiten in der Gegenwart und in der Zukunft. Ideen, die mittels aufwendig gestalteter Messestände auf imposante Weise vorgestellt wurden. Zu sehen gab es dort zum Beispiel offen gestaltete Konferenzräume oder – wie bei Vitra – Arbeitsplätze im Park, auf dem Flughafen und in Start-up-Unternehmen. Die gemeinsame Botschaft vieler Anbieter war dabei klar: Es ist die Aufgabenstellung, die heute den Arbeitsmodus bestimmt. Moderne Technik ermöglicht es, überall und jederzeit zu arbeiten. Und doch ist das Büro nicht tot. Denn das Bedürfnis nach einem realen, direkten Austausch bleibt erhalten. Aus diesem Grund werden gut gestaltete Arbeitsplätze heute wechselnden Anforderungen gerecht. Sie binden so den leistungsfähigen Mitarbeiter an das Unternehmen und fördern seine Produktivität.

Im Rahmen unseres Messebesuchs haben wir auf vielen Bürostühlen Probe gesessen. Wir haben die Farben- und Ideenvielfalt der Produkte bewundert. Konferenztische wurden von uns mittels Sensorleiste elektronisch verstellt, das elegante Schwebetüren-Schranksystem „glider“ von Ophelis eigenhändig ausprobiert. In Erinnerung bleibt ganz gewiss auch Vieles aus den Vorträgen, die wir gehört haben. Etwa der eindringliche Hinweis der Ex-Möfistin Danielle Kradolfer, wie wichtig es gerade für Designermarken wie Cappellini sei, dass der Kunde auch auf einer emotionalen Ebene berührt und überzeugt werde.

Wir dachten an das, was uns auch die Fachschule lehrt, und nickten. Ein lehrreicher Messetag ging für uns zu Ende. Und für die meisten stand fest: In zwei Jahren sieht uns die Orgatec wieder.

Text: Sophie Schnathmann
Text und Foto: Sophie Schnathmann, Sabrina Schmill