100 Jahre Bauhaus, 80 Jahre Möfa

Wie ein Sessel das Fliegen lernte

Er war der Sessel für das Direktorenzimmer im Bauhaus Weimar, von Walter Gropius entwickelt: der „F51“, ein Designklassiker mit ganz eigenem Gesicht. Schlicht, würfelförmig, mit Armlehnen, die frei in den Raum ragen und einem Rücken, der nicht den Boden erreicht. Wohl jedermann würde gerne auf seiner voluminösen Polsterung Platz nehmen, zum Beispiel am Stand der Fachschule des Möbelhandels im Rahmen der imm cologne.

Doch genau an diesem Ort lernte das Bauhaus fliegen. An soliden Stahlseilen befestigt, schwebte der vom Unternehmen Tecta zur Verfügung gestellte F51 – in einer Neuinterpretation der Designerin Katrin Greiling – etwa einen Meter über den Köpfen neugieriger Besucher. Er lud nicht zum Sitzen, wohl aber zum Betrachten ein. Und zugleich zum Erinnern: 1919, vor hundert Jahren also, wurde Walter Gropius zum Begründer des Bauhauses und damit zu einem wichtigen Wegbereiter der Moderne. Seine Liebe zum Design und den Wunsch, in der Möbelwelt etwas zu bewegen, teilten, freilich weniger spektakulär, auch diejenigen, die zwanzig Jahre später die Fachschule des Möbelhandels in Berlin begründeten.

100 Jahre Bauhaus, 80 Jahre Möfa. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Es entsteht etwas Neues, Wertvolles, das unter einem guten Stern steht, sich im Lauf späterer Jahrzehnte bewährt, sich wandelt und fortentwickelt und gerade deshalb auch für die Gegenwart von hoher Bedeutung ist. Ein Zeitstrahl, der die Geschichte des Bauhauses und der Fachschule in Bildern und Texten festhielt, sollte diesen Gedanken für die Messebesucher erlebbar werden lassen.

Immer aber ist es letztlich das Selbermachen, das eigene Handeln, das aufgeweckte Köpfe am meisten inspiriert. Und deshalb gab es am Möfa-Stand nicht nur schöne Dinge wie zum Beispiel den M4R-Servierwagen zu entdecken, eine Hommage des Unternehmens Tecta an die großen Bauhausklassiker. Alle Besucher waren vielmehr eingeladen, auf historischen Schulbänken Platz zu nehmen, um dort mit einer kleinen Zeichnung des F51-Sessels eigene Darstellungskünste unter Beweis zu stellen. Was hier entstand, konnte sich sehen lassen: Mit beachtlichem Ernst und Ehrgeiz widmete sich so mancher der Aufgabe, um anschließend das eigene Werk auf einer roten Pinnfläche für alle Betrachter sichtbar werden zu lassen. Als Lohn der Arbeit warteten schließlich drei Sitzgelegenheiten, unter anderem der Ulmer Hocker, auf ihre glücklichen Gewinner.

Insgesamt gab es freilich weit mehr als nur drei Sieger. Einen klaren Sieg werden insbesondere die vielen davongetragen haben, die durch eingehende Information für sich eine neue berufliche Perspektive erkannt haben. Neue Wege zu eröffnen ist die vornehmste Aufgabe der Möfa. Dozenten und Studierende sind deshalb glücklich, über solche Wege im Rahmen der Kölner Möbelmesse berichten zu können.

Text: PR-Gruppe
Foto: Michele Benner, Kathrin Petersen, Michael Schröter