„Wollen Sie Karriere machen?“
Botschaften des Personalberaters Andreas Erbenich

Wieder einmal herrschte zum Auftakt des Semesters reges Gedränge in der Aula der Fachschule. Bereits eine Viertelstunde vor Veranstaltungsbeginn waren die meisten Studierenden vor Ort. Schnell füllten sich die allerletzten freien Sitzplätze, Stühle aus weiteren Klassenräumen wurden herbeigetragen, Spätentschlossene fanden ein Plätzchen dicht am Fenster. Schließlich waren doch noch alle untergekommen: Ungefähr eine Hundertschaft von Studierenden, die trotz unterschiedlicher beruflicher Vorerfahrungen nach überzeugenden Antworten auf eine gemeinsame Frage suchte.

Es ist die Frage nach der eigenen Zukunft, nach Wegen zum beruflichen Erfolg. Derjenige, der hierzu Orientierungen bot, ist sowohl in der Branche als auch an der Möfa beileibe kein Unbekannter. Fällt der Name „Andreas Erbenich“, wissen selbst viele Studierende, dass jetzt von einem erfahrenen Personalberater die Rede ist. Dass er an der Fachschule einen guten Ruf genießt, hat außerdem mehr als einen Grund: Anfangs lernt ihn so mancher als Autor aufschlussreicher Aufsätze kennen, die sich zum Beispiel in der „möbel kultur“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur eigenen Schulseite befinden. Hinzu kommen dann Vorträge, die hilfreiche Präsenz auf dem Möfa-Karrieretag und nicht zuletzt das Coaching mancher Absolventen.

„Kleine Fehler kosten Geld – und große die Karriere!“, mahnte Andreas Erbenich in seinem aktuellen Vortrag. Richtet sich der Blick auf die Zukunft, ist es wichtig, zunächst die eigenen Ziele und die eigenen Möglichkeiten genau zu kennen. „Wollen Sie Karriere machen? Was wollen Sie machen?“, fragte deshalb der Gastredner. Schließlich ist auch er weder Hellseher, noch Hypnotiseur, noch Heiler. Da macht es Sinn, zunächst nachdrücklich an die eigene Verantwortung zu appellieren. Etwa, indem man fragt, was dem Einzelnen der berufliche Fortschritt wirklich wert ist. Was ist er bereit, dafür einzusetzen? An Freizeit, Mobilität, Lernbereitschaft, an Wille und Ehrgeiz?

Zu geklärten Vorstellungen in diesem Bereich muss eine weitere Fähigkeit hinzutreten: die Kunst des Trommelns. Eine wirkungsvolle Selbstpräsentation also, perfekt beherrscht im Bewerbungsverfahren und im Vorstellungsgespräch. Hier schöpft Andreas Erbenich eindrucksvoll aus seinem umfangreichen Erfahrungsschatz als Personalberater. Zahlreiche Aufsätze zu einzelnen Aspekten bietet außerdem die Website des Referenten. Auf sie wird deshalb häufiger verwiesen.

Doch auch die konkreten Beispiele gehören zum dargebotenen Informationsmix. Etwa vom Absolventen der Fachschule, der im Rahmen des Karrieretags einen hervorragenden Eindruck hinterließ, später aber ein Abschlusszeugnis mit durchweg nur ausreichenden Leistungen vorlegte. Ein klärendes Gespräch ergab, dass sportliche Leistungen auf professionellem Niveau zeitweilig zu wenig Raum für das Lernen gelassen hatten. Und doch hatte eben dieser Sport die Persönlichkeit geformt, hatte die Basis für Ehrgeiz und Leistungsbereitschaft geschaffen. Andreas Erbenich verbürgte sich deshalb gegenüber dem Unternehmen für die Güte seines Kandidaten – und behielt recht. Ein eindeutig positives Feedback zeigte später, dass der richtige Bewerber an die richtige Stelle vermittelt worden war.
Wer erfolgreich in einer Position arbeitet, denkt irgendwann über Aufstiegsmöglichkeiten nach. Neugierig machen hier die „heimlichen Spielregeln des Karrierepokers“. Ein konkretes Fallbeispiel verdeutlicht erneut, was gemeint ist. Man denke an einen weit überdurchschnittlichen Verkäufer, der gegenüber seinem unmittelbaren Vorgesetzten den Wunsch nach beruflichem Fortkommen äußert. Die Antwort, die er erhält, lautet: „Verkaufsleiter können Sie nur werden, wenn Sie einen bringen, der so viel Umsatz schreibt wie Sie.“ Endstation. Der Betreffende konnte nicht anders, als das Unternehmen zu wechseln. Hier zeigt sich, dass die unmittelbar verantwortliche Führungskraft ihren besten Spieler häufig ungern in eine höhere Liga ziehen lässt.

Wann genau macht ein Wechsel Sinn? Klassische Antworten wie „Ich komme mit meinem Chef nicht klar“, „Ich komme nicht weiter“, „Die Arbeit reizt mich nicht mehr“ lässt Andreas Erbenich nur bedingt gelten. Er empfiehlt, zunächst wirklich alle internen Möglichkeiten des Aufstiegs konsequent zu prüfen. Und er fragt, wie viel zusätzlichen Antrieb eine neue Stelle längerfristig tatsächlich bietet. Dann zeigt sich nicht selten, dass es hilfreicher ist, die eigene Einstellung zur Arbeit zu überdenken. Es ist eine ganz persönliche Entscheidung, ob wir diese Arbeit mit Freude und gut gelaunt verrichten, nicht zuletzt, weil wir den Wert des eigenen Beitrags erkennen.

90 Minuten geballte Information sind kaum mit einem halben Tausend geschriebener Worte erschöpfend beschrieben. Auf jeden Fall aber danken wir dem Referenten - zum einen für eine Fülle an Denkanstößen im Rahmen seines Vortrags, zum anderen für ergänzende schriftliche Unterlagen, die uns einige Tage später per Mail erreichten.

Text: Marcella Thurau, PR-Gruppe
Foto: Chantal Wolf