Leichter Pfad zur tiefen Einsicht

Exkursionshöhepunkte des Sommersemesters

Test, Klausur, Abschlussprüfung. Jeder, der sich für eine anspruchsvolle berufliche Aufgabe qualifiziert, weiß, dass die Beschäftigung mit neuen Inhalten manchmal recht anstrengend sein kann. Wer studiert, kennt die langen Abende, an denen sich der Blick ausdauernd auf Notizen aus dem Unterricht, auf eigene Ausarbeitungen, auf Fachbücher und viele weitere Materialien richtet. Gerne würde dann jeder spielerisch leicht klüger – und doch ist es kein Geheimnis, dass sich der geistige Muskel nur durch forderndes Training stählen lässt.
Zum Glück aber besteht das Leben von Studierenden selbst bei der Arbeit nicht nur aus Askese. Sogar auf die Frage nach besonders schönen Formen des Lernens sind stattdessen vielfältige Antworten möglich. Denn natürlich gibt es sie, die Highlights, die besonderen Glücksmomente. Mancher erinnert sich hier zuallererst an eindringlich erlebte Augenblicke, in denen etwas Kompliziertes schlagartig verstanden wurde. Andere denken zunächst an eine teamorientierte Projektarbeit, in der man gemeinsam Schulter an Schulter, Kopf an Kopf nach Lösungen für eine anspruchsvolle Aufgabe suchte. Oder – und damit sind wir hier beim zentralen Thema dieses kurzen Berichts – die Gedanken schweifen vor allem zu den Tagen zurück, in denen man in den Reisebus stieg, um ein neues Stück von der zukünftigen beruflichen Welt zu sehen.
Recht lang ist die Liste geplanter Exkursionen, die an der Möfa bereits im Frühjahr erneut zusammengestellt wurde. Sie reichte im Sommersemester buchstäblich von A bis Z, von AEG bis Zeyko. Sie führte angehende Küchen- und Einrichtungsfachberater sowie Betriebswirte ins Schwabenland, in den Schwarzwald und die Schweiz, nach Hamburg und Hannover. Und selbstverständlich auch nach Ostwestfalen, dem Spitzenstandort der Küchenhersteller. Gleichgültig, auf welchen Wegen sich einzelne Klassen jeweils befanden, an allen Orten wanderte viel neues Wissen in die Köpfe aufmerksamer Zuhörer. Durchweg vorbildliche Gastgeber sorgten hierfür. Die Möfa ist allen zu großem Dank verpflichtet.
Was sollte aus dem Strom vielfältiger Eindrücke besonders hervorgehoben werden? Jede Auswahl aus der Vielzahl entstandener Notizen und Skripts kann hier eigentlich nur willkürlich sein. Schauen wir zunächst einfach auf Nobilia, den laut Wirtschaftswoche größten deutschen Hersteller von Einbauküchen. Hier imponierten allein schon die enormen Ausmaße des Werks in Verl. Beeindruckend ist außerdem die hoch automatisierte, nach dem Just-in-time-Prinzip organisierte Produktion. Insgesamt 2.700 Küchen verlassen an zwei Standorten täglich die präzise durchorganisierten Fertigungslinien, um unter fünfzig Markennamen in aller Welt montiert zu werden. Womit das Unternehmen außerdem bei den Studierenden punktete: mit dem Hinweis auf die Auswahl regionaler Zulieferer, mit dem Engagement in der Ausbildung junger Menschen und dem Verzicht auf Nachtarbeit. Und natürlich mit dem Produkt selbst, das auf der standorteigenen Ausstellungsfläche eingehend untersucht wurde.
Küchenfachberater sammelten Eindrücke an anderer Stelle: im ersten Semester bei Nolte, später bei Franke, Zeyko und Liebherr. Ungefähr im gleichen Zeitraum banden Zweitsemester bei den Betriebswirten die Schürze um. Sie waren zu Gast bei Küche&Co., einem 100-prozentigen Unternehmen der Otto Group. Mit bundesweit rund hundert Studios ist Küche&Co. Deutschlands größtes Franchisesystem für den Einbauküchenfachhandel. Anfang Juni dieses Jahres eröffnete das Unternehmen in dem von Jugendstilhäusern und urbaner Eleganz geprägten Hamburger Stadtteil Eppendorf ein neues Küchenstudio. Hier erwartet die Kunden auf 300 Quadratmetern eine top-aktuelle, hochmoderne Ausstellung mit neun Traumküchen. Von Classic über Landhaus bis Design sind alle Sortimentswelten von Küche&Co ebenso vertreten wie Modelle mit neuester, energiesparender Technik. In einem solchen Umfeld ist es inspirierend, die Ärmel aufzukrempeln. Deshalb stellten sich Studierende gerne an die Seite erfahrener Köche, um die Vorzüge der Flächeninduktion oder einer innovativen „coolStart-Funktion“, bei der Lebensmittel ohne Vorheizen im Backofen erwärmt werden, selbst auszuprobieren.
Ortwechsel: Wir schauen über die Schulter der Einrichtungsfachberater, die in Pleidelsheim, etwa 20 Kilometer nördlich von Stuttgart, vor Ort erleben, wie schnell schwäbischer Tüftlergeist eine Garagenfirma des Jahres 1994 in etwas ganz anderes verwandeln kann. „Wir sind Spezialisten für Smart furniture“, hieß es bei Spectral, „genau wie einst aus einem Sportwagen und einem Geländewagen ein SUV entstand, sind unsere Möbel eine Kombination aus Kastenmöbeln und Elektronik.“ Lautsprecher und Iphone-docks sind in die Möbel integriert, doch die Technik ist unsichtbar. Im Premium-Segment ist Spectral heute marktführend. Dass die Sounds wirklich stimmen, testeten die Studierenden in den Ausstellungsräumen des Werks gerne eingehend. Anerkennendes Kopfnicken bestätigte das überzeugende Ergebnis der Hörproben.
Sitzen ist das zweite Rauchen, sagen Gesundheitsbewusste heute gerne. Um so wertvoller war es für die Studierenden, sich zum Beispiel bei der Sedus Stoll AG noch einmal eingehend mit dem Lebensraum Büro und mit der Ergonomie des Sitzens befasst zu haben. Nur einen Tag später hinterließ auch die Begegnung mit Designern des noblen Ledermöbelherstellers de Sede einen tiefen Eindruck. Fotoboards, Stoffproben und Texte zeugten im Besprechungsraum vom kreativen Prozess. Erste Modelle zu neuen Entwürfen ebenso. Einfach viel gab es insgesamt bei allen Exkursionen zu sehen und zu erfahren: ob in der Fertigungshalle, dem Hochregallager, der Ausstellung, dem Küchenstudio oder eben dem Büro. Hierfür sagt ein vielstimmiger Chor an Lernenden nochmals ein herzliches „Danke!“.

Text: PR-Gruppe
Foto: Julie Marie Dahlmann, Utz Flake, Laurine Völz