Neu-Gierig

Eine PR-Gruppen-Perspektive auf Jörn Holzmann

Studierende der Möfa kennen ihn vor allem als den freundlichen Herrn von Seite 3. Als denjenigen, der stets blitzgescheite Kommentare zu den neuesten Entwicklungen in der Einrichtungsbranche schreibt. Kenntnisreich, engagiert und pointiert in den Formulierungen. Hilfreich auch für berufliche Einsteiger, die einen ersten Zugang zu dem suchen, was die Branche bewegt. Monat für Monat haben deshalb viele Studierende unter anderem gerne das gelesen, was gleich hinter der Titelseite der „möbel kultur“ zu erfahren war.
Ein Verleger aus Leidenschaft reicht jetzt den Staffelstab an Jüngere weiter? Nach siebeneinhalb erfolgreichen Lebensjahrzehnten darf das eigentlich niemanden wundern. Und doch zieht bei dieser Nachricht ein leichtes Erstaunen über manche Gesichter. Sicherlich hat das etwas zu tun mit dem, was die „Holzmänner“ insgesamt so sympathisch macht: An anderer Stelle wird oft reichlich geklagt, in der möbel kultur aber kümmert man sich lieber um die Chancen. Das wirkt zuversichtlich und irgendwie auch zeitlos-jugendlich. Kurzum, es ist eine Tonlage, die viele erreicht.
Seit zahlreichen Jahren gibt es eine ausgezeichnete Partnerschaft zwischen Fachzeitschrift und Fachschule. Lange Zeit wirkte Jörn Holzmann ehrenamtlich in den Gremien des Schulträgers zum Wohle der Schule mit. Unmittelbar sichtbar für jeden Studierenden wird die Partnerschaft in der Möfa-Doppelseite, die jeden Monat in der „möbel kultur“ erscheint. Immer wieder ist es für junge Studierende Motivation und Anreiz, etwas nicht nur für dicke Aktenbäuche, sondern für ungefähr 10.000 aufgeschlossene Fachleser schreiben zu dürfen. Schnell wird ein Reiz spürbar, der vielleicht auch die Profis in Hamburg umtreibt. Es kann einfach faszinierend sein etwas mitzuteilen, was für andere eine gewisse Bedeutung hat, was eventuell anregend oder irgendwie inspirierend ist – und dabei wirklich wahrgenommen zu werden.
Dass es möglich ist, in einem guten Sinne neugierig zu sein, haben ehemalige Studierende als Mitglieder der „PR-Gruppe“ wiederholt auch vor Ort von Jörn Holzmann gelernt. „Gierig auf Neues“ bedeutet dann einfach aufgeschlossen zu sein, mit wachen Sinnen durch die Welt zu gehen, mit eigenem Urteil, doch stets bereit zum Gespräch. Ein weiter Weg führt schließlich von hier aus bis zum hochwertigen Business-Magazin, das druckfrisch in der Hand des Lesers liegt. Studierende der Möfa verdanken es der wiederholten Gastfreundschaft des Verlages, dass sie diesen Weg nachvollziehen durften – mit einem Blick über die Schultern fleißiger Verlagsmitarbeiter, die sich viel Zeit für Information und Meinungsaustausch nahmen.
Woran sich mancher Ex-Möfist außerdem noch erinnern mag: An die herzliche und unkomplizierte Art, mit der Jörn Holzmann ebenso wie der jetzige Verlagsleiter Arnd Ziemer und das gesamte Mitarbeiterteam mit ihren Gästen umgingen. An viele beherzigenswerte journalistische Grundsätze. An einen Siebzigjährigen, der davon erzählte, dass zwei schwere Motorräder für ihn bei einem Händler zur engeren Auswahl bereitstehen. Und schließlich an die profunden Vorträge über die Heimatstadt Hamburg. Nach einer abendlichen Zeitreise durch die Geschichte der Region hätten Möfisten einem Außenstehenden wohl mehr über die Hafen- als über ihre Domstadt erzählen können.
„Denken Sie bitte daran, dass schon Goethe schrieb: Verzeihen Sie, dass der Brief so lang geworden ist, aber ich hatte keine Zeit für einen kürzeren.“ Auch dieser Hinweis an frühere PR-Mitglieder der Schule stammt von Jörn Holzmann. Wir wollen ihm an dieser Stelle Rechnung tragen. Deshalb steht am Schluss dieses Textes einfach ein herzliches „Danke“ an Jörn und Jochen Holzmann und das Versprechen, auch von der Seite der Fachschule aus neugierig zu bleiben – im Sinne einer Partnerschaft, von der wir hoffen, dass sie noch viele Jahre weiter besteht.

Text: Helmut Steinmetz / Foto: Ex-Möfisten