„Let´s work together“
COR berichtet über neuen Ideen für das moderne Arbeiten

„So viel geballte kreative Power gab es bei uns noch nie in einem Raum. Innerhalb von drei Tagen inszenierten vier Designer sechs neue Produkte. Natürlich war unser Chef, Leo Lübke, dabei, außerdem der Leiter der Produktentwicklung und des Produktmanagements, Christian Erpenbeck. Hinzu kamen Art-Direktoren, die Stylistin, die Leute von der PR-Agentur. Ein Hund war auch noch da. Es war wirklich sehr spannend.“

Über das Gesicht von Berthold Strüve, Marketingleiter bei COR, zog ein Lächeln, als er vor Studierenden des Möfa-Branchenforums von einem Ereignis berichtete, das in den nächsten Wochen sicherlich noch für etliche weitere Schlagzeilen sorgen wird. Es geht um die Taufe eines neuen Produktes, COR Lab, mit dem auch COR die Zukunft des Workspace gestalten will.

Woran denkt zum Beispiel ein Studierender der Möfa zuerst, wenn er den Produktnamen „COR“ hört? Berthold Strüve und Christian Erpenbeck frischten hier zunächst das Vorwissen ihrer Zuhörer auf. „Was uns wichtig ist – und worauf wir auch ein wenig stolz sind: Wir fertigen Polstermöbel, Stühle und Tische an einem Produktionsstandort, in Rheda-Wiedenbrück. Wir haben keine verlängerte Werkbank. Wir kennen keinen Zulieferbetrieb, der uns die Gestelle baut oder die Bezüge näht. 220 Mitarbeiter vor Ort gewährleisten die besondere Qualität unserer Produkte.“

Gern sprach Berthold Strüve außerdem von weiteren Faktoren, die das Unternehmen erfolgreich machen. Vom klaren Design der Möbel war da die Rede: Wer würde nicht den unverändert erfolgreichen Polstermöbelklassiker „Conseta“ kennen? Erwähnt wurden außerdem sowohl ein außergewöhnlicher Sitzkomfort als auch die hohe Fertigungstiefe, die ein hohes Maß an Individualität erlaubt. Und schließlich sind da noch die für ein mittelständisches Unternehmen erheblichen Investitionen in die Werbung, die helfen, ein eigenes Markenbild aufzubauen. Verkauft werden die Produkte selektiv, nicht an die Großfläche, nicht an die Verbände, sondern über den meist inhabergeführten Einrichtungsfachhandel. 295 Kunden zählt COR in Deutschland, 230 im Ausland. Österreich, die Schweiz und Benelux sind dort die Kernmärkte.

Das alles ist bislang offensichtlich erfolgreich. Beeindruckend ist ein Umsatzplus von 12 %, mit dem das Unternehmen 2017 rechnet. Was aber den Machern von COR bislang offensichtlich auf der Seele lag, ist eine andere Zahl: 80 % des Umsatzes wurden bislang im Wohnhandel erzielt und – wenn auch mit steigender Tendenz – nur 20 % im Objekthandel. „Da dümpelte manches vor sich hin. Hier wollen wir stärker werden“, betonte Christian Erpenbeck.

Wie das im Einzelnen geschieht, erfuhren die Studierenden anschließend in einem höchst aufschlussreichen Vortrag, der immerhin 38 Arbeitsschritte bis zur fertigen Entwicklung eines neuen Produktes beschrieb. In dieser Arbeit steckt viel Herzblut, Engagement und Begeisterungsfähigkeit, das merkte man Christian Erpenbeck an. Er ist ein wichtiger Ansprechpartner der durchweg externen Designer, die mit COR zusammenarbeiten. Ein klassisches Briefing gibt es dabei eher nicht. „Viel geschieht einfach im Gespräch“, erfuhren die Zuhörer, „es geht um Gefühl: Die Designer müssen COR verstehen und wir müssen die Designer verstehen. Es ist viel Bauchgefühl bei der Entscheidung, ob ein Produkt das Richtige für uns ist.“

Was aber hat es nun konkret mit der Entwicklung von „COR Lab“ auf sich? Mit dem Thema also, das die Gastredner der Möfa ihren studierenden Zuhörern offensichtlich besonders gerne ans Herz legen wollten. Was dabei dem Publikum in der Aula sicherlich gefiel: Es ist die Geschichte von unterschiedlichen Menschen, von ihrer kreativen Arbeit als Designer mit jeweils individueller Handschrift und von einem Arbeitsergebnis, das bei aller Freiheit zum Schluss doch ein in sich schlüssiges Ganzes bildet.

Am Anfang dieser Geschichte stand die Frage, wie die Welt des Büros morgen aussehen mag. Sie richtete sich an Uwe Fischer, Professor für Design an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Uwe Fischer formulierte erste Antworten, benannte vier Arbeitsthemen, übernahm selbst die weitere Bearbeitung eines dieser Themen und verwies zugleich auf drei weitere, junge Designstudios, deren Arbeit ihn besonders überzeugte. So entstanden neue Produkte, die der Flüchtigkeit und Geschwindigkeit, die im modernen Arbeiten steckt, entsprechen: Ein Arbeitstisch etwa, der sich der Idee einer Werkbank verschrieben hat. Er erlaubt das Arbeiten im Stehen, weil seine Arbeitsplatte jederzeit herauf- und heruntergefahren werden kann. Ein individuell konfigurierbarer Raumteiler, der eben gerade nicht Sichtbarriere, sondern eher wohnliche Insel sein will. Mitgebracht hatten die Referenten außerdem den neuen Rollhocker „Drop“: Ein runder, gut sichtbarer Stahlrahmen umfängt hier weiche Polsterzylinder; Rollen an vier leicht gekrümmten Stuhlbeinen machen den Hocker zum Flitzer im Büro.

Chart, Floater, Drop, Bond, Level, Bridge – sechs phantasievolle, sprechende Namen stehen für insgesamt sechs Neuentwicklungen. Und sie stehen für die Kooperation mit neuen, jungen Köpfen. Über diese Zusammenarbeit sind Berthold Strüve und Christian Erpenbeck glücklich. „Wir sind dadurch internationaler geworden“, sagen sie. Gerne fügen sie hinzu, dass außerdem die neue Zusammenarbeit mit Designerinnen ein Gewinn für die Gestaltung von Formen und Oberflächen war. Denn auch in der oft nüchternen Arbeitswelt gibt es den Wunsch nach Wärme, Haptik, Gemütlichkeit.

„Let´s work together“, im neuen „Labor“ für modernes Arbeiten. Keine Frage: Es waren neunzig anregende, inhaltsreiche Minuten, die das Möfa-Branchenforum dem Vortrag von Berthold Strüve und Christian Erpenbeck verdankte.

Text: Leonie Drabner, PR-Gruppe
Foto: Michelle Benner