Vom Holzspan zum Möbel
Die MöFa bei CS Schmal und Nolte Möbel

Mitten im Wintersemester, um 7:00 Uhr morgens, starteten Studierende des dualen Studiengangs D 15 noch leicht verschlafen ihre zweitägige Exkursion. Ihr Ziel waren zwei Möbelhersteller im Grenzgebiet zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz: Zum einen CS Schmal in Waldmohr, außerdem Nolte Möbel in Germersheim. Die meisten Studierenden hatten noch nie einen Produktionsbetrieb von innen gesehen. Entsprechend neugierig war die Stimmung.

Nach gut dreistündiger Fahrt erreichten wir unser erstes Etappenziel. Michael Hilpert, langjähriger Produktionsleiter des Mitnahmemöbel-Hersteller CS Schmal, führte fachkundig durch das Unternehmen und erklärte die Produktionsschritte von der Spanplatte bis zum fertigen Möbel. In den jeweiligen Produktionsbereichen werden die angelieferten Spanplatten foliert und auf Maß geschnitten, gebohrt, Scharniere eingesetzt, Spiegel aufgeklebt ... Maschinen unterstützen dabei erstaunlich wenige Mitarbeiter. Manche Arbeitschritte wie beispielsweise die Kommissionierung und Verpackung der rund 1800 verschiedenen Produkte erfolgen jedoch in Handarbeit.

„Wir legen Wert auf einfache Montage und verständliche Anleitungen. Besonders stolz sind wir aber auf das Merkmal `Made in Germany`“, erklärte uns Michael Hilpert. Fraglos ein tolles Qualitätssiegel. Und dass der Aufbau eines Mitnahmemöbels wirklich einfach zu bewerkstelligen ist, konnten wir selbst erproben. Zwei Kleingruppen hatten im Nu zwei Kommoden montiert.

Zum Abschluss besuchten wir noch das unternehmenseigene Fotostudio und die Ausstellung. Abends im Hotel konnten wir uns bei leckerem Essen in fröhlicher Runde über das Erlebte austauschen. Dass so viele Produktionsschritte für ein preiswertes Mitnahmemöbel notwendig sind, hat uns erstaunt. Und dass das bezahlbar in Deutschland produziert werden kann, war beeindruckend.

Der nächste Tag stand unter dem Motto: Noch größer, noch schöner, noch moderner. Das wurde erlebbar durch den Besuch bei Nolte Möbel. Beeindruckender Auftakt: eine Führung durch Herrn Pretzl im Nolte-Messezentrum. Über 3.000 Quadratmeter ist es groß, allein die Ausstellungsfläche umfasst 2.200 Quadratmeter. Zur Begrüßung fand jeder eine Kongresstasche und einen Schokoladen-Nikolaus an seinem Platz. Wir lauschten einer Unternehmens-Präsentation, die informativ und unterhaltsam zugleich war. Man merkte, dass Herr Pretzl, Schulungsleiter bei Nolte, ein Verkaufsprofi durch und durch ist.

Es folgte die Führung durch die Produktion. „Vom frischen Holzspan bis zum Recycling von Altmöbeln – bei uns schließt sich der Kreis.“ Dieses Motto beschreibt perfekt den Produktionsprozess bei Nolte Möbel. Das Unternehmen produziert seinen gesamten Spanplattenbedarf selbst und verkauft den Überschuss an andere Hersteller wie z. B. CS Schmal. Man legt großen Wert auf eigene Qualitätskontrollen, einen hohen Standard bezüglich des Umweltschutzes und die konsequente Umsetzung des Merkmales ´Made in Germany´.

Der Herstellungsprozess zum fertigen Möbel ist noch stärker automatisiert als bei CS Schmal. Aber das muss auch so sein. Denn erstens werden täglich 1000 Kommissionen fertiggestellt und zweitens bietet das Unternehmen die individualisierte Maßanfertigung an.

Die Heimfahrt zurück nach Köln ließ Zeit und Raum, die Erlebnisse der letzten beiden Tage sacken zu lassen. Die herzliche Aufnahme, die offenen und ehrlichen Gespräche, die umfassenden Informationen und die gewährten Einblicke in die Produktion und die Unternehmenspolitik beider Unternehmen – wir haben viel Neues gelernt und reichlich Erfahrungen gesammelt. Wir bedanken uns sehr bei CS Schmal und Nolte Möbel für diese Möglichkeit.

Text und Foto: Franziska Räder