Die MöFa zu Gast bei der Möbelmeile

Die „Möbelmeile“ – ein Verbund von 17 Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe. Geschäftsführer ist Michael Laukötter, ehemaliger Möfist und BWL-Absolvent, durch dessen Organisation die Drittsemester-Studenten der Möbelfachschule diverse Unternehmen der Möbelmeile besuchen und kennenlernen durften.

Am Montag wurde in Oelde gestartet. Die Firma Loddenkemper, die seit über 120 Jahren für innovativen Möbelbau steht, lud in ihr Raum- & Design-Center ein. Der Geschäftsführer, Herr Merkelbach, zeigte den Studenten ausführlich den neu gestalteten Showroom. Dabei wurden die Messeneuheiten gezeigt - u.a. ein Schranksystem, welches als Bettüberbau im Schlafraum genutzt wird. Nach einem kleinen Lunch wurden dann die Produktionsorte von Loddenkemper und den beiden Tochterfirmen LMIE und femira besichtigt. Am Abend wurde dann noch etwas ganz Besonderes geboten: Der derzeitige Mental-Trainer der deutschen Frauenfußball- Nationalmannschaft, Markus Hornig, hielt vor Mitgliedern der Möbelmeile und den Möfisten einen sehr aufschlussreichen Vortrag. Thematisiert wurde, wie Unternehmen eine Hochleistungskultur aufbauen und was sie dabei vom Spitzensport lernen können. Anschließend konnte man sich noch bei dem ein oder anderen Getränk mit den Gästen austauschen.

Am nächsten Tag war man zu Gast bei der 3C-Gruppe in Rheda-Wiedenbrück, die auch unter den Namen „Candy“ und „Carina“ bekannt ist. Nach der Unternehmensvorstellung wurde die exklusive und sehr stilvolle Ausstellung durch die Vertriebsleitung um Tanja Roß und Frank Scheddien präsentiert. Anschließend gab es bei einem leckeren Buffet Zeit sich über den Faktor „Qualität“ zu unterhalten. Bekanntlich produziert die 3C-Gruppe in Polen und der Slowakei, was einen anfangs kritisch stimmen könnte. Allerdings wird sehr viel Wert auf gute Werkstoffe und eine hochwertige und nachhaltige Verarbeitung gelegt. So findet man auch für jene Produktionsstandorte Auszeichnungen wie den Blauen Engel, das Goldene M und darüber hinaus sogar ein Emissionslabel, wie man es sonst nur bei Elektrogeräten findet.

Am Nachmittag lud dann die Firma Flietberger Möbelwerke ein. Der geschäftsführende
Gesellschafter, Herr Eikenkötter, übernahm dabei selbst die Betreuung und Führung der
Studenten. Der sympathische Unternehmer konnte so beeindruckend zeigen, zu was man im
Stande ist, wenn man mit Herzblut und Leidenschaft am Werk ist. Nicht nur das 2.700
Quadratmeter große Messe- und Schulungszentrum in Rietberg wurde positiv bewertet. Die
Studierenden waren besonders von der technisch einwandfreien, top-modernen und sehr
strukturierten Produktion fasziniert. Vom Hochregallager bis hin zum RFID-Code - die Firma RMW geht mit der Zeit.

Zum krönenden Abschluss des Tages fuhren die Möfisten auf Einladung von Herrn Dr. Heumann vom VHK Herford ins Museum MARTA. Nachdem man erst die architektonischen
Besonderheiten des Gebäudekomplexes vermittelt bekam, wurde im Museumsrestaurant über die Möbelindustrie im Raum Ostwestfalen-Lippe diskutiert. Herr Dr. Heumann informierte über die immense Bedeutung des Gebietes: Deutschlandweit haben sich 35 % der Möbelproduktion und 70 % der Küchenindustrie vor Ort angesiedelt. Darüber hinaus haben sich mit der Zeit aber auch viele Zulieferer und Dienstleister der Branche dort niedergelassen. Es hat sich also ein großes Netzwerk zusammengefunden, welches einen produktiven und zugleich wichtigen Mittelpunkt der Möbelbranche bildet.

Den letzten Tag der Exkursion verbrachte man in Rietberg bei den Firmen Röhr und Sudbrock. Am Vormittag wurden die angehenden Betriebswirte bei der Firma Röhr durch den Geschäftsführer und gleichzeitigen Investor, Steffen Liebich, und den Vertriebsleister, Dirk Strathoff, begrüßt. Nach einem Rundgang durch die Ausstellung, bei dem besonders eine mit Kindern entwickelte Schlafraumlösung Anklang fand, besichtigte man die Produktion. Anschließend wurde zu Tische noch mit Herrn Liebich über die berufliche Zukunft philosophiert. Die Studenten sollten mit Mut in die Zukunft schreiten und keine Angst vor Veränderungen oder Krisen haben: ,,Wieso verbindet man das Wort ,Krise' immer mit etwas Negativem? Krise - das ist griechisch und bedeutet so viel wie ´Wendung / Entscheidung´. Es ist also nur eine Veränderung in unserem Leben. Was man letzten Endes daraus macht, liegt an uns selbst." Beflügelt durch seine Worte verabschiedete man sich von Herrn Liebich und der Firma Röhr und fuhr zur letzten Anlaufstelle der Exkursion.

Auch bei der Firma Sudbrock wurde man sehr herzlich durch das gleichnamige Ehepaar, welches das Unternehmen gemeinsam führt, begrüßt. Zeitlos ästhetisches Design, durchdachte Funktionen und individuelle Maßanfertigung: Diese Komponenten vereint das 1922 gegründete Unternehmen aus Rietberg-Bokel. Davon konnten sich die Möfisten nicht nur im Showroom überzeugen, sondern auch in der Produktion. Besonders fasziniert war man von dem gigantischen Bestand an Furnieren. Um nämlich eine erstklassige Qualität zu gewährleisten, wählt Johannes Sudbrock jeden Stamm heimischer Holzarten persönlich aus. Doch nicht nur den Werkstoffen seiner Möbel schenkt der sympathische Geschäftsführer viel Aufmerksamkeit. Seine 90 Mitarbeiter kennt er alle beim Namen und schafft so ein familiäres Betriebsklima - was die Produkte eindeutig widerspiegeln.

Abschließend kann man lediglich sagen, dass die dreitägige Exkursion anstrengend, dafür aber sehr interessant und inspirierend für die Studierenden der Möbelfachschule war. Sie waren von der Gastfreundlichkeit der Betriebe absolut begeistert und gleichzeitig sehr geschmeichelt, dass sich die Geschäftsleitung sämtlicher Unternehmen Zeit genommen hat, die Möfisten persönlich zu begrüßen und zu betreuen.

Die angehenden Betriebswirte möchten sich ganz herzlich bei allen Unternehmen und im
Besonderen bei Michael Laukötter für die Organisation bedanken.

Wir behalten Sie in bester Erinnerung - vielen Dank!

Text: Ruth Kramer
Foto: Ruth Kramer, Jürgen Henningsen