„fermob meets art“

Wenn Gartenmöbel zu Kunstinstallationen werden

Nicht jedes Ergebnis der Projektarbeit angehender Einrichtungsfachberater hat eine solche Bühne: Etwa 800 Gartenbegeisterte besuchten an einem Wochenende den Landhausgarten des Hofs Tüschenbonnen. Mitten im Bergischen Land, in der Nähe Kölns, gelegen, ist das denkmalgeschützte Anwesen für viele ein verlockender Ort. Denn dort lassen sich schon seit Jahren im Rahmen der „Offenen Gartenpforte“ mannigfaltige Inspirationen für das eigene Blumenparadies abholen.
Für zusätzliche Hingucker sorgten in diesem Jahr fünf Studierende der Fachschule des Möbelhandels. Wer von jeher der Überzeugung war, dass Stühle einfach an den Tisch gehören, musste sich zunächst auf Hof Tüschenbonnen neu orientieren. Denn dort rieselten Stühle von Dächern und lehnten scheinbar schwerelos an der Fassade des alten Fachwerkhauses. An einem schattigen Bachlauf entdeckten Flaneure außerdem weitere farbenfrohe Sitzgelegenheiten, die wie zum Trocknen mit übergroßen Wäscheklammern an einem dreißig Meter langen Seil aufgehängt waren. Ein vier Meter großes Spinnennetz, aus starken Seilen zwischen zwei Bäumen gespannt, hielt schließlich einen Schaukelstuhl gefangen, der beim besten Willen keine Chance hatte, jemals wieder zu schaukeln.
Insgesamt sieben ungewöhnliche Installationen sorgten für eine kunstvolle Ausstellung unter freiem Himmel. Im Mittelpunkt: die Gartenmöbel des französischen Möbelherstellers „fermob“. Dessen umfangreiche Farbpalette reicht von metallisch und frisch über modern und spritzig bis hin zu klassischen Farbtönen. Ganz anders als auf einer Ladenfläche wollte das junge Team diese Möbel präsentieren. Künstlerisch eben, zum Träumen einladend, in einer Welt der Freiheit. „Reime eines anderen Sommernachmittags“ sollten entstehen, ganz getreu der anmutigen Titelmusik, die Yann Tiersen zum Film über die „fabelhafte Welt der Amelie“ um die Jahrtausendwende schrieb.
Dass selbst einem Traum handfeste planerische und handwerkliche Arbeit vorausgehen kann, erlebten die Studierenden freilich immer wieder im Verlauf ihrer Projektarbeit. Jede Installation wurde zunächst konkret beschrieben und ihre technische Umsetzung sowie die entstehenden Kosten durchdacht. Weitere Herausforderungen boten die Presse- und Marketingarbeit sowie der konkrete Aufbau der Installationen, der sich in konzentrierter Zusammenarbeit vollzog. Hier sollte sich später zeigen, dass die endgültige Installation wirklich der vorherigen grafischen Darstellung entsprach – zur Freude und Zufriedenheit des studentischen Teams.
Gute Gedanken sind angewiesen auf Mittel zu ihrer Verwirklichung. Hier ist zunächst die engagierte Unterstützung des Projekts durch Möfa-Dozentin und Projektleiterin Ute Brehm zu nennen. Hinzu kommt der Kontakt zu Mathias Teuscher, der seit Anfang 2011 in Köln eine fermob-Niederlassung leitet. Und auch die Besucher des Events wurden zu dessen Sponsoren: durch den Kauf von Vogelhäusern, die in den bunten Fermob-Farben lackiert worden waren.
Möbel sind Kunstwerke des Alltags. Sie definieren unseren persönlichen Lebensraum, reizen unsere Sinne durch ihre Ästhetik, durch Form und Farbe. Es ist die Projektarbeit „fermob meets art“, die auf ihre ganz besondere Weise diesem Gedanken erneut materielle Gestalt verliehen hat.

Text: Sabine Schneider
Foto: Michael Schröter, Malte Neubacher