Blum, Röwa, Schüller: Drei Exkursionstage mit vielen „Aha-Effekten“

Es ist mal wieder so weit, die Möfisten der Klasse D14 haben sich auf eine lange Rundreise begeben, um bereits erlerntes Wissen hautnah am Produkt zu erleben. Unser erster Stopp führte uns zu einem Global Player, dem Unternehmen Blum, Marktführer im Bereich der Beschläge. Seinen Hauptsitz hat das Unternehmen am Bodensee, im schönen österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Bei Blum dreht sich alles um die perfekte Bewegung. Beschlaglösungen machen das Öffnen und Schließen von Möbeln zum Erlebnis und erhöhen den Bewegungskomfort in allen Wohnbereichen, vor allem in der Küche. André Dorer und Jörg Böhler hießen die Studierenden der Moefa herzlich willkommen. Auf die Präsentation des Unternehmens durch einen aufschlussreichen Image-Film folgte ein Rundgang durch die Produktionsstätten von Blum in Höchst. Ich habe selten eine so höchst moderne und vor allem computergesteuerte Fertigungsanlage gesehen. Sowohl der Prozess der Planung, als auch der Herstellung, Verpackung und der Logistik glich der eines Schweizer Uhrwerks. Jeder Schritt folgte dem nächsten und war bis ins letzte Detail perfektioniert.

Als Julius Blum das Unternehmen im Frühjahr 1952 gründete, wurden als erstes Produkt Hufstollen – ein Gleitschutz für Pferde am Hufeisen – hergestellt. An die Größendimension und die vielfältigen Aufgaben des Unternehmens von heute konnte er gewiss nicht im Entferntesten denken. An 6.929 Mitarbeiter etwa oder an einen Jahresumsatz von 1,656 Milliarden Euro. Oder an eine rege Förderung des Nachwuchses, unter anderem durch verschiedene Schulungs- und Lernprogramme. Doch Blum ist ein Unternehmen, das nie an Stillstand denkt, sondern immer dem Fortschritt und der weiteren Entwicklung verpflichtet bleibt. Deswegen zählt Blum heute mit über 1200 Patenten zu einem der größten Patentanmelder Österreichs.

Unsere Reise führte uns weiter nach Mössingen, wo wir Röwa, einen Hersteller von Betten und Bettsystemen, besuchten. Erwachen wie neu geboren? Eines der schönsten Gefühle der Welt. Dafür arbeitet Röwa mit Begeisterung seit hundert Jahren. Beispielhafte Konstruktion, bestes Material, technische und handwerkliche Perfektion.

Röwa hieß uns alle ganz herzlich willkommen. Zunächst hielt Marcus Kamps einen äußerst aufschlussreichen Vortrag zum Thema „Schlaftuning und Schlafzyklen“. Danach stellte uns Andreas Maibaum das Unternehmen Röwa kurz vor. Röwa wurde 1924 in Stuttgart gegründet und hat sich auf den Bereich der Stahlfedern spezialisiert. Heute gehört das Unternehmen zu den Marktführern im Bereich der Bettsysteme.

Unser Rundgang durch das Werk führte uns durch alle Bereiche der Produktion. Als Erstes besuchten wir die Näherei, in der die Bezüge der Matratzen angefertigt und vernäht werden. Danach durften wir hautnah bei der Herstellung einer Matratze dabei sein. Besonders beeindruckt hat mich die Genauigkeit, mit der die Mitarbeiter arbeiteten. Nach der Herstellung sahen wir uns noch die Verpackung der Produkte und die Logistikhalle des Unternehmens genauer an. Es ist beeindruckend, wie solche Prozesse der Logistik umgesetzt werden.


Nach diesem umfangreichen Einblick in die Matratzenproduktion fuhren wir in die Schwäbische Alp, ungefähr fünfzehn Minuten von Röwa entfernt und schauten uns die Wälder an, aus denen das Buchenholz für die Federholzrahmen kommt. Röwa verarbeitet circa 3.500 Festmeter Holz im Jahr für die eigene Produktion. Das sind ca. 170 Lkws mit Holz pro Jahr. In der Schwäbischen Alp sind wir genauer auf verschiedene Holzarten und ihre Eigenschaften eingegangen.

Nach unserem Rundgang durch den Wald führte uns unser Weg zum Sägewerk, welches direkt am Firmensitz steht. Wir haben dann das Holz vom Verschnitt bis zum fertigen Federholzrahmen mitverfolgt. Unsere letzte Station bei Röwa: der Showroom. Alle Produkte wurden hier nochmals genau betrachtet und erläutert.

Zum Schluss unserer Exkursion besuchten wir die Schüller-Möbelwerke in Herrieden.
Allen Möfisten gefiel direkt die familiäre Stimmung und die großzügige Gastfreundschaft bei Schüller. Wir wurden im neuen Ausstellungscenter, welches erst 2016 eröffnete, persönlich von Marcus Schüller in Empfang genommen. Frank Bayer, ein ehemaliger Möfist, begleitete uns den ganzen Tag und stand uns zu jeder Frage Antwort. Auf einen kurzen Unternehmensfilm folgte ein Marketingvortrag Annette Schuhmachers zur Käuferklientel.

Schüller hat über 141.000 m² überbaute Betriebsfläche und insgesamt 1.450 Mitarbeiter weltweit. Außerdem kommt auch hier der Nachwuchs nicht zu kurz. Insgesamt beschäftigt die Firma Schüller 87 Azubis in elf Bereichen und zwei dualen Studiengängen. Für 2016 ist ein Umsatz von ca. 420 Mio. € angestrebt. 90% des gesamten Absatzes bezieht sich auf Zentraleuropa.

An die beiden Vorträge schloss sich ein Rundgang durch den Showroom an. Design muss faszinieren. Sowohl in der Gestaltung, als auch in der Technik. Es muss Begeisterung auslösen und die Arbeit in der Küche zum emotionalen Erlebnis machen. Das gelingt Schüller voll und ganz. Viel Arbeit und Zeit wurde in den neuen Ausbau des Ausstellungszentrums investiert. Klare Linien und ein wirklich tolles Design spiegelt sich in der Ausstellung wider.

Nach dem Rundgang durch die gekonnt geplante und liebevoll dekorierte Ausstellung ging es weiter mit der Werksführung. Wir haben auch hier wieder alle Prozesse genau beobachten und vor allem nachvollziehen können. Die gesamte Klasse war überwältigt von der Größe der Produktion, sowie von den top-modernen Fertigungsstraßen Schüllers. Unser Rundgang führte uns zum Holzzuschnitt, zum Hochregallager, zur Lackiererei, zur Zusammensetzung der einzelnen Teile bis hin zur Verpackung und Logistik. Durch die erkennbar hohe Motivation der Mitarbeiter und durch die Freundlichkeit des ganzen Teams ist mir klargeworden: Hier sind nicht nur Menschen, die Küchen bauen, sondern auch Küchen leben.

Wir, die Klasse D14 und die gesamte Möfa, möchten uns natürlich nochmal bei allen Herstellern ganz herzlich für die schönen und vor allem aufschlussreichen Tage bedanken. Wir hoffen auf weiterhin gute Kontakte in der Zukunft.

Text und Fotos: Maximilian Portius