Wozu Weiterbildung?
Drei Lebensgeschichten

„Was für ein Desinteresse“, klagte die Katze, „Du bietest allerbeste Seminare zum Mäusefang an und kein einziger Hase meldet sich.“

Was die Katze wissen sollte: Nicht jeder Inhalt passt zu jedem Teilnehmer. Nicht jedes Seminar hält, was es verspricht. Echte Mäusefänger brauchen ein alltagstaugliches Wissen, das ihnen tatsächlich im beruflichen Alltag hilft.

Wer aber sind die „Mäusefänger“ der Möfa? Wer kann Kundenherzen zukünftig höher- schlagen lassen? Begeisterung wecken, lebendige Kaufwünsche erzeugen? Und wer wird zum Anwalt betriebswirtschaftlich vertretbarer Entscheidungen? Drei unterschiedliche Geschichten zeigen: Hier gibt es weit mehr als eine Antwort. Neue Fähigkeiten erwachsen aus einer spannenden Vielfalt bisheriger Lebenswege. Gemeinsam ist diesen Wegen nur eines: das persönliche Engagement der Studierenden und deren Aufgeschlossenheit für Neues. Für (Angst)hasen ohne eigene Lebensziele ist da kein Platz.

Begeisterungsfähigkeit und Ehrgeiz eint angehende Fachberater und Betriebswirte der Möfa. Mit drei von ihnen haben wir gesprochen.

Alexandra Aschern
Stile, Farben, Materialien, Design, Wirkung, Emotionen– das sind Aspekte der vielgestaltigen Welt des Wohnens und Einrichtens, die Alexandra Aschern faszinieren. Deshalb hat sie an der Carl-von-Ossietzky Universität in Oldenburg ein Bachelorstudium mit den Fächern „Materielle Kultur: Textil“ und „Kunst und Medien“ abgeschlossen. Unmittelbar danach wagte sie den Sprung in die Praxis: Bei der Möbel Debbeler GmbH im südoldenburgischen Visbek entwickelte sie gemeinsam mit den Kunden stimmige Wohnkonzepte, sammelte hierbei neue Erfahrungen, nahm außerdem ergänzend an weiteren Schulungen teil. Und weil sie hier erlebte, dass Einrichtungsfachberatung tatsächlich eine Tätigkeit ist, die ganz ihren Neigungen entspricht, entstand der Wunsch, warenkundliches, gestalterisches und verkäuferisches Wissen so praxisnah wie möglich weiter zu vertiefen.

Wer würde bei einem solchen Wunsch nicht an die Möfa denken? Alexandra Aschern tat es auf jeden Fall. Sie besuchte den Informationstag der Schule und kam dort mit Fachlehrern und der Schulleitung ins Gespräch. Dort bekam sie einen Eindruck von dem, was die Möfa ausmacht: die klare Ausrichtung des Lehrplans auf die Anforderungen einer Branche. Außerdem erfuhr sie selbstverständlich etwas von erwerbbaren Zusatzqualifikationen, von Exkursionen, vom Branchenforum und vom Gedanken des Möfa-Netzwerks. Alexandra Aschern war überzeugt. Jetzt freut sie sich auf neues Wissen und viele „Aha“-Erlebnisse. Eine gute Grundlage auf dem weiteren Weg zu dem Ziel, stets eine einfühlsame, kreative und ideenreiche Beraterin zu sein.

Günay Akgün
„Ich weiß, worauf es in der Küche ankommt. Gut organisierte Arbeitsabläufe sind mir alles andere als fremd. Und natürlich ist mir klar, was zum Beispiel einen guten Braten und eine gute Sauce ausmacht.“

Günay Akgün weiß wirklich, wovon er spricht. Denn der gelernte Koch war als Souschef namhafter Kölner Hotels für das à la carte-Geschäft und für die Gestaltung von Banketts mitverantwortlich. „Kochartistik“ ist für ihn kein Fremdwort. Unter seinen Händen gewannen Melonen eine schöne Form, nahmen Rettiche die Gestalt von Papageien an, bildeten Lebensmittel den Schriftzug verschiedener Unternehmen nach. Wie der Gast zum König wird, wie man sowohl seinem Auge als auch gleichzeitig seiner Zunge schmeichelt – wer wüsste das besser als derjenige, der täglich aufs Neue Menschen mit besonderen Genüssen überraschen möchte?

Kein Wunder also, dass Günay Akgün auf die Frage nach „Lieblingsgerichten“ viele internationale Speisen gleichzeitig einfallen. Schließlich steht bei ihm daheim eine große Auswahl an Kochbüchern. Und weil Lernbereitschaft eine klassische Tugend des Kochs ist, recherchiert er stets weiter und wagt sich immer wieder gerne an Neues.

Manchmal will es die eigene Gesundheit, dass eine herausfordernde Aufgabe durch eine andere ersetzt wird. Etwa dann, wenn die eigenen Hände empfindlich auf einen intensiven Umgang mit Wasser reagieren. Dann stellt sich in der Lebensmitte die Frage, wie wertvolle bisherige Erfahrungen sinnvoll in neue Tätigkeiten eingebracht werden können. Günay Akgün nimmt dabei die Weiterbildung zum Küchenfachberater als persönliche Chance wahr. Es freut ihn, dass die Berufsgenossenschaft von seinem neuen persönlichen Traum überzeugt werden konnte.

„Küche“ kann eben ein Lebensthema sein. Ganz besonders dann, wenn man sich als Dienstleister begreift, gerne mit Menschen umgeht und aufgeschlossen für neue Inhalte ist. Dann bildet sich in einem knappen Jahr heran, was die Branche dringend braucht: Lebenserfahrene Berater, die alltagsnahen Fragen kritischer Kunden nicht auszuweichen brauchen.

Fabian Hafels
So mancher, der am Niederrhein, vielleicht sogar in Krefeld, wohnt, wird mit dem Familiennamen „Hafels“ durchaus etwas anfangen können. Vielleicht verbindet sich der Name für ihn recht schnell mit dem Gedanken an ein Zuhause, das nach meisterlicher handwerklicher Arbeit noch schöner und zweckmäßiger geworden ist. Denkbar ist das, weil die Familie Hafels bereits seit mehreren Generationen mit einem Fachgeschäft für Raumausstattung für erfüllte Wohnträume sorgt.

Auf den ersten Blick schienen damit die Weichen für die berufliche Zukunft von Fabian Hafels bereits weitgehend gestellt zu sein. Tatsächlich folgte er der Familientradition und durchlief nach dem Abitur eine Ausbildung zum Raumausstatter beim Unternehmen Oberwalleney in Köln. Was der Elterngeneration durchaus gefallen haben mag, war dennoch eine bewusste persönliche Entscheidung. „Ich wollte nicht jahrelang studieren“, sagt Fabian Hafels, „ich wollte in die berufliche Praxis, handwerkliche Arbeit hat mich einfach gereizt.“

In den Häusern der Kunden lernte er viele Wohnsituationen kennen, entwickelte ein Gespür für Wirkungen im Raum und sein Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse verschiedener Kunden. Dass er sich heute im Möfa-Bildungsgang zum „Staatlich geprüften Betriebswirt – Fachrichtung: Möbelhandel –“ wiederfindet, geht nicht zuletzt auf einen Besuch der Schule im letzten Ausbildungsjahr zum Raumausstatter zurück. Die praxisbezogene Kombination von Lehrgangsinhalten, Probeunterricht, ein Blick in die Warenkunderäume und in das Polstermöbelstudio – alles das überzeugte ihn und auch weitere Interessenten aus der bisherigen Berufsschule, noch zwei weitere Jahre in die eigene Qualifikation zu investieren.

„Ich spüre schon in den ersten Wochen, dass ich auf viele Themen, die irgendwann schon einmal grob angeschnitten wurden, einen ganz neuen Blick gewinne“, verrät Fabian Hafels. „Bei manchen Arbeiten habe ich bislang meinen Eltern nur über die Schultern gesehen. Jetzt beginne ich mir selbst einen Reim auf wichtige betriebswirtschaftliche Überlegungen zu machen.“

Wie wird das Leben von Fabian Hafels im Jahr 2019 aussehen? Eine Rückkehr in das elterliche Unternehmen scheint denkbar, ist aber nicht zwingend. Vielleicht ergeben sich auch neue Kontakte. Vielleicht werden auch die vielfältigen Impulse, die vom Ausbildungsangebot der Schule ausgehen, den Anstoß dazu geben, sich ganz neuen beruflichen Aufgaben zu stellen. Weiterbildung ebnet den Weg in verschiedene Richtungen. Genau hierzu ist die Möfa da.

Text und Foto: Alexandra Aschern, Günay Akgün, Fabian Hafels, PR-Gruppe