Das Studium, die Woche und ich
Studentenleben – wie sieht das eigentlich aus? Was ist Klischee, was ist Wirklichkeit? Speziell an der Möfa, zum Beispiel im Studiengang für angehende Betriebswirte. „Schreib´doch mal auf, wie eine typische Woche bei dir aussieht“, sagte man mir. „Okay, das ist kein Problem“, habe ich geantwortet – und dann den folgenden Wochenbericht geschrieben.

Es ist Sonntag, der Heimatbesuch geht zu Ende. 18 Uhr, ab ins Auto, auf die A1 von Dortmund nach Köln. Am nächsten Morgen eine kurze Fahrt mit der Straßenbahn, dann an den Teichen und Kanälen des Stadtparks entlangspaziert und schon angekommen an der Fachschule des Möbelhandels, mitten im grünen und gepflegten Kölner Ortsteil Lindenthal.

Studierende aller Bundesländer sind hier wieder vereint. So mancher „Möfist“ ist auch am Wochenende in der Domstadt geblieben. Ein Platz im Wohnheim macht´s möglich. Ab 8.00 Uhr am Montagmorgen büffeln jetzt alle gemeinsam zunächst eine Doppelstunde Betriebswirtschaftslehre, dann folgen zwei weitere Runden mit Wirtschaftsrecht und mit Personal- und Ausbildungswesen.

Kurz durchatmen… Die nächste Exkursion steht an und deshalb müssen notwendige organisatorische Dinge besprochen werden. Schließlich lernt man an der Möfa nicht nur im Klassen- oder Fachraum, sondern immer wieder auch „draußen“, bei namhaften Herstellern zum Beispiel. Führungen durch die Produktion, Besichtigung von Showrooms, Vorträge, Diskussionen, Workshops – das alles gehört dazu. Auch in diesem Semester freuen wir uns darauf.

Bevor nun die letzten Stunden VWL anlaufen, gibt’s eine kleine Stärkung bei Petra. In ihrem Büdchen mit extra viel Herz und besonders leckerem Essen. Eine Alternative mit frisch zubereitetem Essen bietet außerdem noch die Wohnheimküche. Ohne Input kein Output: Hungern muss an der Möfa niemand.

Dienstag. Es ist mal wieder Zeit für einen Tauchgang in die Welt der Buchführung. Danach heißt es für mich im Englisch-Oberkurs fleißig Verkaufsgespräche zu proben. Für die fünfte und sechste Stunde ist heute eine Veranstaltung im Rahmen des „Branchenforums“ angesagt: Gestandene externe Referenten präsentieren ihr Unternehmenskonzept. Ein anregender Einblick in betriebswirtschaftliche Hintergründe – und eine willkommene Abwechslung.

Mittwoch. Alle sind etwas nervös. Klausur in Steuerlehre! Um 13.00 Uhr haben wir es geschafft. Bei den sommerlichen Temperaturen gibt’s jetzt ein Eis und der Tag endet bei einem gemütlichen Beisammensein am Aachener Weiher.

Donnerstag. Wie immer ein langer Tag. Ein bisschen buchen, neue Formeln in Wirtschaftsmathematik durchkauen, nochmals einen Blick in die Volkswirtschaft werfen und obendrein in Möbelkunde unser Wissen über Möbelbauarten und -techniken ausweiten. Am späteren Nachmittag bereite ich den Unterrichtsstoff zu Hause noch nach. Abends koche ich gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin.

Freitag. Vier Stunden Gestaltung. Mein persönlicher Höhepunkt der Woche. Grundrisse, Parallelprojektionen, Moodboards. Damit kommt die Kreativität nicht zu kurz. Zum Abschluss trainiere ich noch für zwei Stunden Überzeugungsreden im Fach Rhetorik und dann heißt es: „Ab in die Heimat!“ Für zwei Tage. Weitere 48 Wochen werden folgen. Ich bin gespannt darauf.
Text und Foto: Lara Dorge