Net(t)work
Ein Plädoyer fürs zweite „t“

Rote, knallige Bänder verknotet - diagonal, geradlinig, quer, übereck. Wer dieses Jahr die internationale Einrichtungsmesse in Köln besuchte, konnte den Messestand der Möfa nur schwer übersehen. Denn schon von Weitem zog er durch sein aufregendes Gestaltungs-geflecht alle Blicke auf sich.

„Sei Teil des Netzwerks“, so lautete die Botschaft des Standes. Sechs lebensgroße Figuren standen oder saßen auf einzelnen Podesten und schauten in Richtung ihrer Betrachter. Jede einzelne repräsentierte einen der insgesamt sechs Studiengänge an der Möfa. Miteinander verbunden waren sie durch ein auffallendes rotes Netz. Es sollte ausdrücken, was gerade in besonderem Maße für die Möfa charakteristisch ist: Es sind die Verbindungen, Verknüpfungen, Beziehungen und Kontakte, die einen Teil des Unterschieds zu anderen Orten und Formen des Lernens ausmachen.

An der Möfa ist der Studierende kein Einzelkämpfer. Er steht in engem Kontakt zu den übrigen Mitstudierenden, die er aus dem festen Klassenverband und oft auch aus dem Wohnheim kennt. Wer etwas von der besonderen Nähe und Herzlichkeit der Beziehungen von Studierenden untereinander erleben möchte, ist etwa im Rahmen der Messewoche auf dem BVDM-Abend am Donnerstag gut aufgehoben. Dort treffen sich neben den Dozenten vor allem die Ehemaligen und die aktuell Studierenden zum gemeinsamen Feiern – und man spürt: Es gibt es wirklich, dieses besondere Band der Sympathie, das den Nachwuchs der Branche miteinander verbindet.

Und doch ist damit bei Weitem noch nicht alles gesagt. Erwähnt werden sollte etwa auch der persönliche Kontakt zu den Dozenten: Möfisten kennen keine anonymen Hörsäle mit ganzen Hundertschaften von Wissbegierigen. Wohl aber gibt es neben direkt ansprechbaren Lehrern weitere enge Kontakte zu vielen Herstellern, Händlern, Verbänden, Personalberatern. An der Möfa haben schon viele Möbelgrößen gelebt und gelernt. „Hab ich nicht schon deinen Vater unterrichtet?“, ist hier keine selten gehörte Frage. Die Einrichtungsbranche ist eben familiär und lebt von gegenseitiger Unterstützung. Man kann sie wahrnehmen als große Interessengemeinschaft oder gar als Globalisierung im Kleinen. Wer weniger hoch greift, denkt einfach an ein Beziehungsgeflecht, das für jeden attraktiv, gewinnbringend, von Vorteil ist. Also ziemlich nett, eben ein „Net(t)-work“.

Je mehr Knoten ein größer werdendes Netz hat, desto stärker ist. Ein großes Fotomosaik am Rande des Messestands zeigte Hunderte privater Bilder von Studierenden. „Wir wollten die Gesichter hinter der Schule zeigen. Je persönlicher, desto besser“, erläuterten hierzu die Mitglieder der Projektgruppe „Messestand“. Mit den Gesprächen auf diesem Stand verbindet sich jetzt die Hoffnung, dass zukünftig viele weitere aufgeschlossene, lernbereite Menschen zu neuen Bestandteilen eines besonderen Netzwerks werden. Die Möfa freut sich auf viele zukünftige Net(t)worker.

Text: Marie Leukers
Foto: Felix Küpper u.a.