Gelebte Verantwortung
Ernst-Martin Schaible (DER KREIS) im Möfa-Branchenforum

Er gehört zweifellos zu den besonders profilierten Unternehmerpersönlichkeiten innerhalb der Küchenbranche. Seit Jahrzehnten bestimmt er die Geschicke des Küchenhandels maßgeblich mit. Er hat den Charme, den man gelegentlich den Schwaben gerne nachsagt – und er hat eine klare Vision.

Die Rede ist von Ernst-Martin Schaible. Als Geschäftsführer des Einkaufsverbundes „DER KREIS“ kennt ihn eigentlich jeder, der nur halbwegs mit der Branche vertraut ist. Natürlich gilt das auch für die Studierenden der Möfa. Dicht gedrängt saß deshalb der Branchennachwuchs gleich zu Beginn des Wintersemesters in der Aula der Fachschule, um von den Erfahrungen dieses ganz besonderen Gastes zu profitieren.
Es ist ein erfolgreiches Lebenswerk, das die Gedanken Ernst-Martin Schaibles adelt. In seinem Zentrum steht der Gedanke, dass das meist inhabergeführte Fachgeschäft für Küchen eine Heimat braucht. Nicht immer war das der Fall. Gegen Ende der Siebzigerjahre erkannte Ernst-Martin Schaible große Konditionsspreizungen bei den Herstellern. Küchenstudios machten gute Umsätze, kämpften hart, aber verdienten oft nichts. Es lag nahe, um bessere Einkaufskonditionen zu ringen. Weil das sich beim damaligen Arbeitgeber Alno nicht durchsetzen ließ, gründete Schaible 1979 einen eigenen Verband. 2.800 Mitglieder gehören ihm heute an. Sie sind nicht Tante-Emma-Laden, sondern Trendsetter der Branche. Die Innovativen, die dem Markt die Stärke geben. Ihre Durchschnittsumsätze sind deutlich höher als in anderen Bereichen.
Dabei sind Fachhändler keine Soldaten, die in einer Reihe marschieren. Akzeptiert werden soll, dass jeder Unternehmer seinen eigenen Kopf und seine eigenen Kanten hat. „Das ist mein Stolz und meine Freude“, sagt Ernst Martin Schaible, „wenn Menschen sich etwas überlegen und sie haben damit Erfolg. Jeder ist seines Glückes Schmied. Ich zwinge keinen.“ Die Angebote des Verbands vergleicht er mit einem großen Blumenstrauß, aus dem das jeweils Passende gepflückt werden kann. Dienstleister kommen, wenn sie gebraucht werden. Wenn nicht, arbeiten sie bei einem anderen Verbandsmitglied.
Natürlich können eigene Entscheidungen auch fehlerhaft sein. Wer schon zuvor nur ein wenig von den Voraussetzungen mentaler Stärke verstanden hat, weiß, was ein Erfolgsmensch hierauf antwortet: Sich nicht zu bemitleiden, lautet die Botschaft, den Fehler vielmehr als erweiterte Erfahrung zu begreifen und als Chance für die Zukunft zu sehen.
Leise und besonders eindringlich zugleich wird Ernst-Martin Schaible in anderen Momenten. Etwa, wenn er davor warnt, den wahren Wert eines Küchenangebots durch überzogene Rabatte zerschlagen zu lassen. „Fühlt ihr es auch, was es eigentlich heißt, Träume zu erfüllen? Wie tief das geht?“, fragt er außerdem sein Publikum. Und gibt selbst die Antwort: „Es geht um Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, um Menschliches. Die Faszination des Verkaufens liegt darin, Menschen glücklich zu machen.“ Dazu sind gut ausgebildete Fachkräfte erforderlich, die Träume erlebbar machen können.
Ist das alles purer Spaß? Nein, das ist es trotzdem nicht, sagt der Redner. Für einen Moment wird eine andere Facette seiner Persönlichkeit sichtbar: die des lebenserfahrenen Erziehers nämlich, dem auch die Ausbildung des Nachwuchses stets ein Herzensanliegen ist. Sport, Spaß und Spiel gibt es im Fußball, lautet seine Botschaft. Der Beruf dagegen ist Erfüllung, eine Herausforderung, die Menschen wachsen lässt, ein Lebensinhalt wie die Ehe. Es ist das Starke im Leben. Der Dank der Studierenden gilt einem Redner, der so glaubwürdig über den Reiz dieses Lebensinhalts zu sprechen wusste.
Text: PR-Gruppe / Foto: Theresa Kriener