Lehrmeister „Praxis“
Möfisten auf dem Bosch-Messestand

Was macht die Marke „Möfa“ markant? Wer die Schule noch nicht kennt und deshalb vielleicht neugierig fragt, erhält von Dozenten wie Studierenden immer wieder in etwa gleichartige Antworten. Er wird etwas erfahren über die enge Anbindung an die Einrichtungsbranche, über praxisnahe und moderne Inhalte und über die guten Kontakte zu Herstellern, Händlern und Verbänden. Deshalb sind Studierende der Möfa auch während der imm cologne 2017 alles andere als nur Zuschauer. Ich selbst wollte das auch nicht sein. Und deshalb fühlte ich mich unmittelbar angesprochen, als Möfa-Dozent Georg Molls von der Möglichkeit sprach, Interessenten am Messestand des Unternehmens Bosch zu beraten. Die Chance, hinter die Kulissen zu blicken, würde so schnell nicht wiederkommen, dachte ich. Bislang hatte ich die Messe immer nur aus der Sicht eines Besuchers erlebt.

Die Kooperation mit Bosch fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Wie bei der Premiere wurde das Hostessenbriefing des Unternehmens mit seinem Anforderungsprofil genauestens studiert. Die Fächer Küchentechnik und Englisch vermittelten uns wichtige Grundlagen für den bevorstehenden Messeeinsatz. Hinzu kam dann ein Schulungstag im Trainingszentrum der BSH-Gruppe in Essen. Hierbei erhielten wir nicht nur einen theoretischen Gesamtüberblick über verschiedene Geräte, sondern konnten diese auch ausprobieren und anhand etlicher praxisbezogener Aufgaben kennenlernen. Die Kernidee bei Bosch wurde schnell klar und zog sich wie ein roter Faden durch die Bereiche Backen, Kochen, Spülen und Kühlen: Der Endkunde soll ein stets perfektes Ergebnis erreichen, und dies ganz bequem und ohne jedwede Anstrengung – welch faszinierende Vorstellung!

Möglich wird dies durch den Einsatz übersichtlicher Bedienbarkeit, neuester Technik und sensibelster Sensorik. So misst beispielsweise der Perfect Air Luftgütesensor nicht nur den Wasserdampf, sondern nimmt sogar Geruchsmoleküle wahr und passt die Lüfterleistung automatisch daran an. Die Demonstration dessen anhand von parfümierten Wattebäuschchen überraschte mich zunächst selbst, später hatten viele Besucher das gleiche Aha-Erlebnis. Insgesamt verbrachten wir in Essen einen perfekt strukturierten Schulungstag mit jeder Menge Input. Und doch gab es da zunächst diese leichte Beklommenheit: Würden wir wirklich allen Erwartungen der Messebesucher gerecht werden können?

Die Antwort hierauf konnte nur die Praxis liefern. Am Messediensttag betraten weitere Küchenfachberater und ich selbst die Bühne des großen, lichtdurchfluteten Bosch-Messestands. Die verschiedenen Gerätekategorien waren geschickt in Szene gesetzt und die Präsentation wurde durch kurze, prägnante Filme und künstlich erzeugte Kochdämpfe veranschaulicht. Die Showküche mitten im Geschehen wirkte ebenfalls sehr einladend und zog die Besucher an wie ein Magnet.

Nach einer kurzen Einweisung durch die Trainer und ausgerüstet mit einem iPad machten wir dann erste „Gehversuche“ und berieten die internationalen Standbesucher über die Anwendungsmöglichkeiten – teils auf Deutsch, aber vielfach auch auf Englisch. Wir achteten stets darauf, respektvoll, vertrauenswürdig, hilfsbereit, geradlinig und offen, aber nicht aufdringlich auf die Besucher zuzugehen. Die ersten Schritte gingen noch ein wenig holprig, nicht alle Rückfragen konnten direkt beantwortet werden, doch die anwesenden Trainer standen mit Rat und Tat zur Seite. Bereits nach wenigen Stunden fühlten wir uns deutlich sicherer und routinierter, sodass wir souverän und zielstrebig auf das Besucherpublikum zu- und eingehen konnten. Zunächst waren vorwiegend Händler unsere Gesprächspartner. Später gesellten sich immer mehr Endverbraucher hinzu.

Erstaunlich schnell entwickelte sich bei mir eine Identifikation mit den angepriesenen Produkten. Es machte mir Spaß, die Produktvorteile zu demonstrieren und dann die Begeisterung und auch Dankbarkeit der Besucher zu spüren. Das Miteinander mit den Kollegen, Trainern, der Standleitung und dem gesamten Team war ausgesprochen umgänglich, angenehm und solidarisch. Es war schön, innerhalb kürzester Zeit so viele sympathische Menschen kennenzulernen. So vergaß ich beinahe meine schmerzenden Füße.

Nach drei Tagen verließ ich den Stand mit einer Fülle von Eindrücken im Gepäck. Neues Wissen und neue Erfahrungen bringen mich einen Schritt weiter zu meinem Ziel, im Spätsommer dieses Jahres als Küchenfachberaterin in einem kleinen Küchenstudio tätig zu werden, um jedem einzelnen Kunden zu seiner persönlichen Traumküche zu verhelfen. Der Messeeinsatz hat meine Entscheidung für diesen Beruf bekräftigt und mir gezeigt: Viele kleine Schritte sind notwendig für ein perfektes Beratungsergebnis. Doch dieses Ergebnis ist absolut lohnenswert und zufriedenstellend für alle!

Text: Anja Klinkenberg
Foto: Meike Mätschke