Premiere an der Möfa: die „Bad-AG“
Studierende erkunden Neuland

Wie Menschen wohnen, wie sie leben, arbeiten, kochen, schlafen und wie sie das alles gerne tun, jeder nach seinem ganz persönlichen Geschmack – all das beschäftigt Studierende an der Möfa seit Jahrzehnten immer wieder aufs Neue. Durch alle Räume des Hauses führt dabei die gedankliche Reise. Mit einer Ausnahme. Gleichsam verschlossen war bislang die Tür zum Bad.

Logisch ist das eigentlich nicht, befand im abgelaufenen Sommersemester eine neu gegründete Arbeitsgemeinschaft von Studierenden. Denn wer sich mit Unterrichtsfächern wie Darstellungstechnik, Gestaltung und Raumplanung gut auskennt, probiert gerne den Wissenstransfer. Eine erste Grundlage hierfür schuf eine eingehende Theorieeinheit zur Badplanung. Intensiv wurden an Fragestellungen gearbeitet, die mit der Einteilung des Raums, mit den Sanitäranlagen, der Boden- und Wandgestaltung, den eingesetzten Materialien, der Lichtplanung und der Vernetzung mit dem Home-Entertainment zusammenhängen.

Dann ging es an das, was Möfisten oft besonders gerne tun: der Ausarbeitung von Planungen nach der Vorgabe von Kundenwünschen. Kolorierte Zeichnungen und Skizzen entstanden, wurden besprochen und oft weiter optimiert. Alles bereits mit dem Blick auf Kommendes. Denn als nächster Schritt im Rahmen der Schulung waren mehrere Besuche bei namhaften Badspezialisten vorgesehen.

Tatsächlich warteten eindrucksvolle Erlebnisse auf die Studierenden. Erste Anlaufstelle war der 2012 neu eröffnete Showroom im Industriedenkmal „Altes Gaswerk Köln“. Hier lud der Badeinrichter „Ultramarin“ zum Architektenevent ein. Das außergewöhnliche Ambiente der zwölf Meter hohen Hallen mit ihren bogenförmigen Fenstern und Türen, kombiniert mit hochwertigen Badeinrichtungen, begeisterte die Besucher. Moderne Innenarchitektur findet sich hier in einem Gebäude, das etwas von einer Kathedrale hat. In einem Collagenraum sind außerdem Fliesen, Natursteine, Tapeten, erlesene Echtholzdielen und gespachtelte Oberflächen zu sehen. Eine gute Gelegenheit, um sich über Materialien und mögliche Inszenierungen aus erster Hand informieren zu lassen.

Wie wird das Bad zu einem Raum der Besinnung und Pflege, mit einem weiteren Plus an Komfort, an Sicherheit und zugleich an Energieersparnis? Weitere Antworten fand die Projektgruppe in den Räumen von Casaceramica, einem exklusiven Anbieter von Oberflächen zur Gestaltung von Innenräumen, spezialisiert auf die Produkte italienischer Hersteller. Nicht nur, dass hier Möglichkeiten der Wand- und Bodengestaltung anhand verwirklichter Planungen erläutert wurden. Vielmehr präsentierte Christoph Tix, Inhaber des Unternehmens media@home, verlockende Ideen zu einer vernetzten Badlandschaft. Wie wäre es, wenn Lieblingsmusik und stimmungsvolles Lichtambiente in das morgendliche Duschprogramm integriert wären? Wenn wir das Badewasser per Sprachsteuerung in die Wanne einließen? Wenn wir ein „Bad mit Grips“ weitgehend via Smartphone regierten? Mag sein, dass wir uns dann schon ein Jahrzehnt später nachdrücklich über einen Badezimmerspiegel wundern, der tatsächlich nicht unser Gesicht und unsere Stimmung erkennt. Microsoft arbeitet bereits an solchen Lösungen…

Zurück ins Hier und Jetzt. Konkret: in die Stadt Iserlohn im Sauerland. Dort befindet sich das Unternehmen Dornbracht, Hersteller luxuriöser Armaturen und Accessoires. Schulung, Werksführung und Besichtigung der Ausstellung ließen das Bewusstsein unter anderem dafür reifen, wie viel Handarbeit und wie viele Arbeitsschritte für ein Premium-Produkt erforderlich sind. „Duschen mit dem Extrakick“ – was dieses Versprechen bedeuten kann, stand allen Teilnehmern nach Besuch bei Dornbracht noch deutlicher vor Augen. Nicht nur deshalb, sondern wegen ihres informativen und zugleich abwechslungsreichen Schulungsprogramms wird die Bad-AG allen Teilnehmern als hilfreiche Ergänzung der eigenen Qualifikation in Erinnerung bleiben.

Text: Tobias Lörwald, PR-Gruppe
Foto:Tobias Lörwald