Von „Adam“ zu „Eva“
Von der Chance selbstbestimmten Lernens

Wie lässt sich das Lernen deutlich auf das Leben beziehen? Wie kann der Unterschied zwischen der immer etwas künstlichen Lernwelt der Schule und der alltäglichen Lebenswelt des Berufsausübung so klein wie nur möglich gestaltet werden? Das sind Fragen, die gerade an einer branchennahen Fachschule wie der Möfa nach klaren Antworten verlangen.
Die gute Botschaft: Es gibt diese Antworten! Von der jeweiligen Unterrichtsstunde bis zur Abschlussprüfung sind offene Fragen des Alltags immer wieder Ausgangspunkt des gemeinsamen Nachdenkens. Und, nicht zu vergessen: Jeder Studierende arbeitet außerdem an Projektarbeiten mit.
Deren Konzept größtmöglicher Eigenverantwortung wird an der Möfa ganz Ernst genommen. Themen sollen selbst gefunden werden, die Komplexität der Aufgaben wird nicht künstlich reduziert, von der Durchführung bis zur Präsentation behalten die Studierenden das Heft in der Hand. Mit einem Satz: Statt „Adam“ (= „Alles durch Anweisung machen“) gilt „Eva“ (= „Eigenverantwortliches Arbeiten“). Das ist mit Blick auf den Arbeitsumfang durchaus nicht jederzeit paradiesisch, trägt aber reiche Früchte. Von welcher Art dieser Ertrag ist, lesen Sie im Folgenden anhand von vier Beispielen aus dem letzten Semester.


Blick über die Landesgrenze
„Andere Länder, andere Sitten“, so lautete das Projekt von neun Küchenfachberatern, die sich mit Essgewohnheiten und Lieblingsküchen des benachbarten Auslands befassten. Freilich: Regionale Unterschiede verlieren eher an Bedeutung. Nicht zuletzt trägt intensiver Film- und Fernsehkonsum zur Ausbildung eines „paneuropäischen Geschmacks“ bei. Zugleich verdeutlicht uns aber schon der Verzehr einer Fast-Food-Spezialität wie der „Frikandel“ in den Niederlanden oder Belgien, dass nicht alles genau so wie in unserem Heimatort ist. An der Möfa wissen das etliche Studierende aus eigener, besonders intensiver Erfahrung: Manche kommen selbst aus der Schweiz, viele haben gute Freunde in den Beneluxstaaten, für wiederum andere ist Italien fast so etwas wie die zweite Heimat. Genauere Ergebnisse jenseits individueller Eindrücke lieferte vor allem eine Exkursion zum Küchenhersteller Bauformat und eine Befragung des im Export außerordentlichen starken Familienunternehmens Rotpunkt-Küchen. Ein kurzweiliger Ergebnisvortrag sorgte am Ende für ein besseres Verständnis für das, was sich in der Küche unserer europäischen Nachbarn tut.


Eine Garage wird zur Erlebnisküche
Capelle ist ein Ortsteil der Schlossgemeinde Nordkirchen (Kreis Coesfeld). Wer dort vom Hunger geplagt wird, kann sich von Profi-Koch Johannes Glitz verwöhnen lassen. Seine Schwester studierte als Einrichtungsfachberaterin an der Möfa. Genau diese Konstellation führte zu einer weiteren praxisnahen Projektaufgabe: Ein Anbau und eine Garage sollten sich von Fröschen zu Prinzen verwandeln.

Dass das Märchen lügt, zeigte sich wenig später. Denn natürlich reichte kein romantischer Kuss für ein überzeugendes Ergebnis. 550 Arbeitsstunden, so zählte die Projektgruppe, waren erforderlich, um eine technisch wie ästhetisch überzeugende Lösung für die gestellte Aufgabe zu finden. Der Anbau soll jetzt durch eine außergewöhnliche Wandgestaltung, Beleuchtung und Möblierung besonderen Glanz gewinnen. Und die Garage mutiert zur hochwertigen Erlebnisküche. Sorgfältige Planungen haben hierzu den Weg geebnet.

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